Der Bund Deutscher Forstleute (BDF) begrüßt den gestrigen Kabinettsbeschluss zur Waldstrategie 2020. Die Bundesregierung hat damit nun endlich ein ressortabgestimmtes Papier beschlossen, das die Weichen für den Umgang mit dem Wald zukunftsweisend stellt. Im Interessenstreit um die Erfüllung der vielfältigen Anforderungen an den Wald war eine ausgewogene Strategie überfällig. Hans Jacobs, Bundesvorsitzender des BDF, freut sich auch über die Umsetzung vieler Forderungen der Forstleute.
Am gestrigen Mittwoch wurde ein bereits seit vier Jahren währender Prozess erfolgreich abgeschlossen. Dieser sollte die verschiedensten Interessen und immens angestiegenen Anforderungen der Gesellschaft an den Wald abbilden, Lösungswege aufzeigen und dabei bereits bestehende Strategien, z.B. zur Biodiversität oder Nachhaltigkeit, einbinden.
Ebenso wie Waldbesitzer oder Naturschutzverbände hat sich auch der BDF bereits sehr früh eingebracht. Dabei stand auch immer die Rolle eines Mittlers im Vordergrund. Maximalforderungen einzelner Akteure hat der BDF stets eine Absage erteilt. Umso erfreulicher ist die Tatsache, dass es mit der vorliegenden Strategie gelungen ist, die Ziele des Bundesumweltministeriums umfänglich einzubeziehen.
"Im Sinne des Zeitmaßes des Waldes und dieses überaus wertvollen Ökosystems kommt es auf ein ausgewogenes Ziel- und Wertesystem an. Ebenso fehl am Platze sind starre Vorgaben, die schon übermorgen überholt sein können. Wir haben mit der Waldstrategie 2020 ein zukunftsweisendes Papier, mit dem wir auf so gravierende Ereignisse wie den Klimawandel oder die notwendige Energiewende reagieren können", so Jacobs.
Aber auch den Schutz der Vielfalt, die Umweltbildung, die Einkommenssicherung und weitere gesellschaftliche Anforderungen hat die Strategie im Blick. "Wir freuen uns natürlich auch darüber, dass sich die Forderungen des BDF wieder finden", so Jacobs weiter. Neben der ökonomischen und ökologischen Komponente der Nachhaltigkeit waren es immer auch die sozialen Aspekte, die herausgestellt wurden. So heißt es nun folgerichtig, dass eigene qualifizierte Fachkräfte unabdingbar sind und vor allem eine Mindestpräsenz gut ausgebildeter Fachkräfte.
Weiterhin wird die hohe Qualität der modernen naturnahen und multifunktionalen Forstwirtschaft herausgestellt. Auch dies ist ein Verdienst der Forstleute und stellt die Notwendigkeit einer Personalnachhaltigkeit heraus.
"Wie schon unsere heutige Forstwirtschaft in Deutschland ein Exportschlager ist, wird auch die Waldstrategie 2020 beispielgebend im Umgang mit dem wertvollen Ökosystem und seinen natürlichen Ressourcen sein. Vor allem auch im Hinblick auf geplante EU-weite rechtsverbindliche Waldkonventionen." "Nicht nachzuvollziehen", so Jacobs abschließend, "bleiben die einseitig ablehnenden Reaktionen einzelner Naturschutzverbände, die wieder einmal lediglich maximale ökologische Forderungen postulieren und die komplexe Vielfalt eines modernen Nachhaltigkeitsbegriffes außer Acht lassen."