NRW betreibt Ausverkauf des deutschen Waldes

Die Landesregierung Nordrhein-Westfalen plant, 2,3 Prozent des eigenen Waldes zu verkaufen. Am 6. Februar findet dazu eine Anhörung im Landtag in Düsseldorf statt. Der Bund Deutscher Forstleute (BDF) verurteilt das Ansinnen auf das Schärfste, den Wald der Bürger zum Zwecke der Haushaltskonsolidierung zu veräußern und sich aus der Verantwortung für den Wald sowie der Zukunftsvorsorge für die Gesellschaft zu stehlen.

Die Landesregierung Nordrhein-Westfalen plant, 2,3 Prozent des eigenen Waldes zu verkaufen. Am 6. Februar findet dazu eine Anhörung im Landtag in Düsseldorf statt. Der Bund Deutscher Forstleute (BDF) verurteilt das Ansinnen auf das Schärfste, den Wald der Bürger zum Zwecke der Haushaltskonsolidierung zu veräußern und sich aus der Verantwortung für den Wald sowie der Zukunftsvorsorge für die Gesellschaft zu stehlen.

Am Freitag, den 06. Februar 2009, findet im Düsseldorfer Landtag eine Expertenanhörung zum geplanten Staatswaldverkauf in der Eifel statt. Eine Landschaft, die durch wertvolle Wälder geprägt ist. Die Gründung eines Nationalparks Eifel ist noch gar nicht so lang her. Begründet wird der Verkauf des Tafelsilbers mit der Haushaltssanierung des Landes. Angesichts eines Erlöses von etwa 25 Millionen Euro erscheint dies
sehr fadenscheinig.

Der BDF lehnt den Verkauf von 2.714 ha Staatswald, das sind etwa 5.000 Fußballfelder, im Interesse von Millionen Waldbesuchern und in Sorge für den Wald an sich ab. „Die Landesregierung verstößt gegen die eigenen Gesetze, gegen den Willen der Bürger und handelt zudem wirtschaftlich völlig inakzeptabel“, erläutert Stephan Schütte, stellvertretender Landesvorsitzender des BDF NRW, die Position des Verbandes. Das Landesforstgesetz sieht eine besondere Bedeutung in der Erholungsnutzung. Darüber hinaus besteht im öffentlichen
Wald eine hohe Verpflichtung gegenüber den Schutzfunktionen. Ein Verkauf des Waldes an private Investoren birgt die Gefahren einer vorrangig ökonomischen Ausrichtung auf singuläre Interessen gegenüber einem integrativen Bewirtschaftungskonzept zum Wohle aller.

Die Bürger haben zudem eine besondere emotionale Bindung an Ihren Wald, denn lediglich 14 Prozent des Waldes in NRW sind Staatseigentum. Im konkreten Fall handelt es sich um gut bewirtschaftbare Flächeneinheiten mit besonderer Naturausstattung, die im
Rahmen des europäischen Schutzgebietsnetzes NATURA 2000 weiterentwickelt werden müssen. Die Flächen stellen vorbildliche Beispiele
der Nutzung des Waldes unter Berücksichtigung des Naturschutzes dar. Die schon jetzt sehr guten Betriebsergebnisse der Flächen rechtfertigen darüber hinaus keinen Verkauf. „Das Tafelsilber eines Landes kann man nur einmal versilbern. Der Wald stellt jedoch ein dauerhaftes Kapital dar, mit einer regelmäßigen Rendite und einer nicht mit Geld zu messenden gesellschaftlichen Bedeutung“, meint Hans
Jacobs, Bundesvorsitzender des BDF.

Nach dem Willen der Landesregierung hat die Landesforstverwaltung als Landesbetrieb vermehrt wirtschaftliche Ziele zu verfolgen. Gleichzeitig werden produktive Wälder verkauft. „Solch einen betriebswirtschaftlichen Unsinn darf sich heute niemand mehr leisten. Die Landesregierung
von NRW darf sich darüber hinaus ihrer Verantwortung, gerade auch für künftige Generationen, nicht verschließen“, so Jacobs abschließend

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