Waldarbeiter leben gefährlich

WaldarbeiterWie das Statistische Amt der Europäischen Union (eurostat) in seiner jüngsten Veröffentlichung mitteilt, gehört die Arbeit in der Land- und Forstwirtschaft zu den gefährlichsten überhaupt. Der Bund Deutscher Forstleute (BDF) findet die hohen Unfallzahlen alarmierend. Angesichts des hohen Durchschnittsalters der Forstwirte in den Landesforstverwaltungen und Staatsforstbetrieben fordert der BDF Gesundheitsprogramme und die Einstellung neuen Personals.

(Foto: Waldarbeiter bei der Holzernte. Quelle: pixelio.de, Peter Kamp)

eurostat hat in einer der jüngsten Veröffentlichungen (Nr. 63/2009) mitgeteilt, dass fast 14 Prozent der männlichen und mehr als 10 Prozent der weiblichen Beschäftigten im Bereich Land- und Forstwirtschaft und Jagd einen Arbeitsunfall in zwölf Monaten erlitten. Damit gehört die Waldarbeit nach wie vor zu den gefährlichsten Jobs überhaupt. „Diese Zahlen sind für uns höchst alarmierend“, so Hans Jacobs, Bundesvorsitzender des BDF, dazu.

Die Waldarbeiterinnen und Waldarbeiter in den staatlichen Forstorganisationen haben überwiegend ein Durchschnittsalter jenseits der 45 und werden hauptsächlich in der gefährlichen und anstrengenden Holzernte eingesetzt. „Die Arbeitgeber müssen endlich ihrer Verantwortung gegenüber den Beschäftigten gerecht werden und für gute Arbeitsbedingungen sorgen. Dazu gehören ein ausgeklügeltes Gesundheitsvorsorgeprogramm und eine ausreichende Personalausstattung“, erläutert Jacobs die Forderungen des BDF.

Nach der Studie von eurostat gaben zudem 50 Prozent der Männer und fast 60 Prozent der Frauen an, dass sich ihre Tätigkeit in der Land- und Forstwirtschaft negativ auf ihre körperliche Gesundheit auswirkt. Vor diesem Hintergrund wirken sich Einstellungsstopps kontraproduktiv auf die verbleibende Belegschaft und die Arbeitsleistung aus. Nur die hohe Einsatzbereitschaft der Forstwirte verhindert Schlimmeres. Dies ist jedoch damit erkauft, dass kaum ein Waldarbeiter den normalen Renteneintritt mit 65 Jahren schafft, geschweige denn mit 67.

Der BDF fordert ein Umdenken der Arbeitgeber und begrüßt erste beispielhafte Pilotprojekte zur Gesundheitsvorsorge. Diese müssen jedoch zur Regel werden. Die Vertretung der Forstwirte im BDF wird die Entwicklungen weiter aktiv begleiten und beobachten. Bei zukünftigen Tarifverhandlungen müssen die oben genannten Forderungen berücksichtigt werden.

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