Wo bleibt der Wald im Weltklimavertrag?

In den nächsten zwei Wochen müssen auf dem Weltklimagipfel in Kopenhagen (COP15) die Weichen für einen neuen Weltklimavertrag gestellt werden. Erklärtes Ziel ist die Begrenzung der Erderwärmung auf 2°Celsius. Experten sehen den Anstieg ohne deutliche Emissionsminderungen im Jahr 2100 bei 7°C. Es dürfen also keine Schlupflöcher für Niemanden bleiben. Den entwickelten Ländern kommt dabei eine Schlüsselrolle zu – bei Finanzierung und ehrlicher Vorbildwirkung. Der Wald spielt ebenfalls eine wichtige Rolle als CO2-Speicher, klimaneutrale Holzquelle und ökologisch sehr leistungsfähiges Ökosystem. Er ist jedoch auch wie kein anderes Ökosystem bedroht vom Klimawandel. Waldzerstörung wirkt dabei doppelt negativ durch Kohlenstofffreisetzung und fehlende Senkenfunktion. Forstleute besetzen also wichtige Schlüsselrollen im täglichen Klimaanpassungskampf.

Seit Montag dieser Woche trifft sich die Staatengemeinschaft in Kopenhagen, um auf dem Weltklimagipfel über ein Kyoto-Folgeabkommen zu beraten, das dazu dienen soll, den Temperaturanstieg im Zuge des Klimawandels auf 2°Celsius zu begrenzen.
Es geht darum, eine ambitionierte und verbindliche politische Entscheidung zwischen allen Staaten zu treffen, die die Lasten gerecht verteilt. Eine Alternative zum Erfolg von Kopenhagen gibt es nicht, geht es doch um die Rettung von Millionen von Menschen, um die Verhinderung von Naturkatastrophen und von Flüchtlingsdramen.

Der Bund Deutscher Forstleute (BDF) und die Union Europäischer Forstleute (UEF) fordern vor dem Hintergrund, dass weltweit etwa 1 Milliarde Hektar Wald in dramatischer Weise zunehmend ihre ökologische Leistungsfähigkeit verlieren, eine Diskussion um eine Politik der natürlichen Ressourcen, die auf Wald und Holz als nachwachsenden Rohstoff basiert sowie auf einer nachhaltigen naturschonenden Nutzung.
„Für die tägliche Arbeit im Wald mit dem Klimawandel im Hinterkopf fehlt vielfach noch Wissen und vor allem auch Personal, um alle Erwartungen an den klimastabilen Wald mit seinen positiven Wirkungen auf das Klima zu erfüllen“, so Hans Jacobs, Bundesvorsitzender des BDF, erläuternd.

Wälder spielen eine zentrale Rolle im Klimawandel. Sie bergen große Potentiale zur Reduzierung der Klimaerwärmung. „Die Kohlenstoffsenke Wald und die langfristige Bindung des Klimagases in Holzprodukten müssen berücksichtigt werden, wenn über Emissionshandel, dessen Erlöse und deren Verwendung verhandelt wird“, fordert Jacobs weiter.

Es kommt nun auf einen multilateralen Politikansatz an, der sich der gemeinsamen Verantwortung aller Staaten bewusst ist. Nationales kurzfristiges Vorteilsdenken kann sich niemand leisten. Ein Scheitern bedeutet für die Zukunft enorme Kosten und unendlich viel Leid für die Menschen. Daher dürfen jetzt die Industrienationen nicht mauern, wenn es darum geht, vergleichbar geringe Summen aufzuwenden, um die negativen Folgen der westlichen Hochkonsumgesellschaft auf die ärmeren Länder zu lindern und um auch dort den Klimawandel wirksam zu bekämpfen.

Dass sich Investitionen in Ökosysteme auch volkswirtschaftlich rechnen, wurde in der kürzeren Vergangenheit schon mehrfach durch Experten bewiesen. 

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