Deutsche Forstleute gestalten europäische Forst- und Naturschutzpolitik aktiv mit

BDF-Delegation in PolenVom 04. bis 08. Juni 2009 fand in Jedlnia (Polen) der 17. Kongress der Union Europäischer Forstleute (UEF) statt. Die UEF ist die Dachorganisation der forstlichen Berufsverbände und Forstgewerkschaften Europas und repräsentiert zusammen rund 80.000 Forstleute. Der Bund Deutscher Forstleute (BDF) nahm mit einer großen Delegation an dieser internationalen Veranstaltung teil. Neben der Neuwahl des Präsidiums stand der Natur- und Artenschutz im Rahmen einer naturnahen Forstwirtschaft in Waldgebieten des europäischen Schutzgebietssystems NATURA 2000 im Vordergrund.

(Foto: Die deutsche Delegation auf dem 17. UEF-Kongress in Polen. v.l.: Manred Johann, Uli Dohle, Michael Diemer, Ines v. Keller, Gunther Hahner, Gerhard Tenkhoff, Karlheinz Stephan. Quelle: BDF)

Nach der Wahl des neuen Präsidiums fand am zweiten Kongresstag ein Seminar zur Thematik NATURA 2000 statt. Zunächst berichteten verschiedene Referenten des Gastgeberlandes Polen ausführlich über die aktuelle Flächenkulisse, Zuständigkeiten und Erfahrungen bei der Entwicklung der Managementpläne. Dabei wurde auch bekannt, dass der in Sachsen mit einem Sender versehene Jungwolf „Alan“ bereits 1.000 km durch Polen gewandert ist. Dies zeigt, dass die Vernetzung europäischer Lebensräume funktioniert und wandernde Tierarten von diesem Schutzgebietssystem besonders profitieren.

Anschließend berichteten Forstleute aus Zypern, Dänemark, Finnland, Frankreich, Rumänien und Deutschland über die bisherigen Erfahrungen in ihren Ländern. Trotz der großen Unterschiede zwischen den Verfahren wurde in allen Ländern übereinstimmend festgestellt, dass private Waldbesitzer und Landnutzer nach wie vor große Vorbehalte gegen das Schutzgebietssystem haben. Hier ist meistens mangelnde Kommunikation die Ursache. Zur Steigerung des Interesses und der Akzeptanz ist der Einsatz fachkundiger Forstleute in zudem ausreichender Zahl der Schlüssel zum Erfolg: Durch die Einrichtung runder Tische für die einzelnen Schutzgebiete können alle betroffenen Landnutzer, interessierte Bürger und Fachverbände ihre Interessen und Ideen einbringen. Dadurch sind fast immer Konsenslösungen möglich, die von einer breiten Mehrheit getragen werden. An zahlreichen Beispielen wurden die gewonnenen Erkenntnisse während einer Exkursion durch die polnischen Staatsforste vertieft. Besonders beeindruckend waren überaus erfolgreiche forstliche Maßnahmen mit dem Ziel des Natur- und Artenschutzes sowie der Verbesserung des Naturhaushaltes.

Während des internen Teils des Kongress wurde der bisherige Präsident Hakan Nystrand (Finnland) einstimmig wiedergewählt. Für den BDF und damit für Deutschland ist Michael Diemer erneut als Vizepräsident bestätigt worden. Die UEF wird in den kommenden Jahren weitere wichtige forstpolitische Impulse setzen. Durch die Präsenz in Brüssel wird die UEF deutlich Flagge zeigen und gegenüber den europäischen Institutionen ihre Positionen u. a. über naturverträgliche Waldnutzung, Natur- und Artenschutz, den Klimawandel, Wasser- und Bodenschutz sowie den Rohstoff Holz offensiv vertreten und stets sowohl auf die volkswirtschaftliche Bedeutung der Forst- und Holzwirtschaft als auch die Gemeinwohlleistungen der Forstwirtschaft für Europa hinweisen!

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