Bevölkerung lehnt Waldverkauf ab

WaldverkaufDer Bund Deutscher Forstleute (BDF) verfolgt kritisch die Fortschreibung der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung und begrüßt den gesuchten Dialog mit der Bevölkerung. Hierbei wurde auch kommuniziert, dass die Begrifflichkeiten ihren Ursprung bei den Forstleuten haben. Die erste Dialogrunde zeigte deutlich, dass der praktizierte Verkauf öffentlichen Waldes auf keine Gegenliebe in der Bevölkerung stößt. Der BDF erneuert seine Forderung, den Verkauf bundeseigener Waldflächen sofort und für die Zukunft zu stoppen. Der hohen Verantwortung für den Wald und dessen Gemeinwohlfunktionen darf sich nicht aus kurzfristigen, rein finanziellen Gründen entledigt werden.

Anfang 2012 will die Bundesregierung einen Fortschrittsbericht zur Fortschreibung der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie vorlegen. Hierzu werden auch Dialogrunden zu allen wichtigen Themen mit der Bevölkerung durchgeführt. Die erste Runde, die erst kürzlich mit einer regen Beteiligung der BürgerInnen endete, zeigte, dass es keine Mehrheiten für den Verkauf bundeseigener Waldflächen in Deutschland gibt.
„Zur Glaubwürdigkeit abstrakter wald- und naturschutzpolitischer Strategien gehört unbedingt auch ein Bekenntnis zum dauerhaften substanziellen Erhalt des bundeseigenen Waldes und die Bereitschaft, diese Ziele dann dort ganz konkret in Eigentümerverantwortung umzusetzen“, fordert daher Hans Jacobs, Bundesvorsitzender des BDF. In den vergangenen fünf Jahren sind bereits mehrere tausend Hektar bundeseigener Wald- und Naturflächen durch die Bundesregierung verkauft worden und weitere zehntausend Hektar sind mittelfristig in den nächsten 5-10 Jahren für den Verkauf vorgesehen.

„Ordnungsgemäße, naturverträgliche Forstwirtschaft ist sehr gut geeignet, modellhaft aufzuzeigen, wie auch in anderen Wirtschaftszweigen und weiteren gesellschaftlichen Bereichen eine umfassende Nachhaltigkeit etabliert werden kann“, so Jacobs weiter.
Bezüglich der Forstwirtschaft erwartet der Bund Deutscher Forstleute eine stringente Waldpolitik. Bisher verfolgt die Bundesregierung zahlreiche sektorale Einzelstrategien: Strategie zur Nationalen Biodiversität, nationale Strategie für eine nachhaltige Entwicklung, Charta für Holz oder die Anpassungsstrategie an den Klimawandel. Eine schlüssige Waldstrategie, in der die Einzelstrategien zusammengeführt werden, existiert bisher leider nicht. Der BDF hat der Bundesregierung seine Mithilfe bei der Erstellung einer Waldstrategie 2020 angeboten und bereits konkrete Vorschläge gemacht.

 „Ich freue mich, dass es in Deutschland anscheinend immer noch die sprichwörtliche Waldgesinnung gibt und sich große Teile der Bevölkerung offensichtlich für das Thema Wald begeistern lassen und für den Schutz des Waldes allgemein aber auch für den Erhalt des öffentlichen Waldeigentums die Initiative ergreifen. Das lässt mich zuversichtlich auf das kommende Internationale Jahr der Wälder 2011 blicken“, erklärt Hans Jakobs abschließend.

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