Xynthia entlässt den Wald mit blauem Auge

Am vergangenen Sonntag fegte erneut ein Sturm durch Deutschland und hinterließ eine Spur der Verwüstung. Nicht nur in den Städten sind teilweise verheerende Schäden zu verzeichnen. Auch der Wald wurde erneut Opfer. Nach ersten vorläufigen Schätzungen in den Bundesländern sind etwa 4,5 Millionen Festmeter Schadholz zu verzeichnen. Auch wenn die Schadmengen wesentlich geringer ausfielen als in den letzten Jahren, sind Anstrengungen notwendig, um den Wald vor weiterem Schaden zu bewahren. Das Frühjahr und damit die Borkenkäfer lassen nicht lang auf sich warten. Der Bund Deutscher Forstleute (BDF) fordert vor diesem Hintergrund eine vernünftige Personalpolitik als Zukunftsvorsorge.

Mit Spitzengeschwindigkeiten bis 180 km/h zog am 28.02.2010 der Orkan Xynthia auch über Deutschland hinweg und hinterließ eine Spur der Verwüstung. Auch der Wald wurde wieder einmal, nach den letzten großen Schadereignissen durch „Kyrill“ und „Emma“ in den Jahren 2007 und 2008, Opfer der Sturmereignisse.

Nach ersten groben Schätzungen aus den einzelnen Bundesländern hinterließ Xynthia etwa 9 Millionen gebrochene oder umgestürzte Bäume (4,5 Millionen Kubikmeter Holz). Die Schwerpunkte der Schäden liegen in Hessen und Rheinland-Pfalz mit 2 bzw. 1,7 Millionen Kubikmeter Schadholz.

Verglichen mit der Menge nach dem Jahrhundertsturm „Kyrill“ ist der Wald jedoch noch mit einem blauen Auge davon gekommen. Im Januar 2007 sind etwa 40 Millionen Kubikmeter Wurf- und Bruchholz angefallen und haben die Forstleute mehr als ein Jahr mit den Aufräumarbeiten beschäftigt. Die Wiederaufforstungsarbeiten in den Hauptschadgebieten sind auch heute noch nicht abgeschlossen.

„Nichts desto trotz müssen die Aufräumarbeiten nun schnell beginnen, um dem Borkenkäfer das Brutmaterial zu entziehen und damit eine Massenvermehrung des Forstschädlings und weiteren Schaden am Wald zu verhindern“, erklärt Hans Jacobs, Bundesvorsitzender des BDF.

Die Aufarbeitung und Holzvermarktung wird durch die Anstrengungen der erprobten Forstleute und den derzeit aufnahmefähigen Holzmarkt wohl zügig vorangehen. Dennoch weist der BDF darauf hin, dass durch Strukturänderungen in den Landesforstverwaltungen und -betrieben sowie dem damit einhergehenden Personalabbau die Beschäftigten vielerorts schon jetzt an der Leistungsgrenze oder teilweise darüber hinaus arbeiten müssen. Angesichts dessen ist eine nachhaltige Personalpolitik reine Zukunftsvorsorge für den Wald und die Gesellschaft.

Zudem führt das neuerliche Sturmereignis den Fortgang des Klimawandels vor Augen. Die Häufung von Extremereignissen stellt auch den Wald immer wieder auf die Probe und die Forstleute vor große Herausforderungen.

Der Wechsel von den häufig nicht standortsgerechten Fichtenbeständen zu klimastabileren gemischten Wäldern bedarf weiterhin großer Anstrengungen. Wie auch der Kampf gegen die Erderwärmung selbst.

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