Der Wald der Forstleute

Bild: AFZ-DerWald, Stephan Loboda Der Bund Deutscher Forstleute (BDF) freute sich über die Aufmerksamkeit für die Belange der Forstleute anlässlich des 3. Symposiums der Waldstrategie 2020 in der vergangenen Woche. Denn die Erfahrungen der Vergangenheit bewiesen, dass gerade die Belange der im Wald Beschäftigten nie gefragt waren. Hans Jacobs, Bundesvorsitzender des BDF, lobte daher die breit aufgestellte Diskussion des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) und fordert zuvorderst eine Gesamtstrategie für alle Funktionen des Waldes und endlich auch die Beachtung der sozialen Nachhaltigkeit im Sinne der Arbeitsplatzfunktion des Waldes.

Bild: AFZ-DerWald, Stephan Loboda

In der vergangenen Woche fand in Berlin das 3. Symposium des BMELV zur Waldstrategie 2020 statt. Ziel des bereits in der vergangenen Legislatur angeschobenen Diskurses ist es, eine tragfähige Balance zwischen den steigenden Ansprüchen an den Wald und seiner nachhaltigen Leistungsfähigkeit zu finden. Hierzu trafen sich erneut die unterschiedlichen Interessengruppen, um die Ansprüche zu formulieren und bestehende Gegensätze im Dialog abzubauen.

Hans Jacobs, Bundesvorsitzender des BDF, vertrat die Interessen der aus den unterschiedlichsten Sparten stammenden, im Wald Beschäftigten und brachte deren Forderungen für den ,Wald der Zukunft' folgendermaßen auf den Punkt: "Wir brauchen endlich eine soziale Nachhaltigkeit in der Forstwirtschaft, die sich aber nur in dem Maße entwickeln kann, wie die gesamten Anforderungen an den Wald definiert und in eine nachhaltige Strategie eingefügt werden."

In diesem Sinne muss die Strategie vor allem politische Nachhaltigkeit schaffen. Im Bund wie in den Ländern. "Der Wald ist ein langsam wachsendes Ökosystem, dessen Ausrichtung nicht im Turnus von Legislaturen zu bewerkstelligen ist. Die strategischen Ziele müssen so ausgerichtet sein, dass sie politisch konsensfähig sind", erläuterte Jacobs weiter.

Es ist eine Waldstrategie notwendig, die bereits bestehende Strategien und darauf aufbauende Handlungsprogramme integriert. Die Forderungen des Naturschutzes nach Flächenstilllegungen sind anhand einer sauberen Ist-Analyse und darauf aufbauender Erarbeitung von Defiziten zu konkretisieren. Zusätzliche Nullnutzungsflächen sind sorgsam auszusuchen und der Wertverlust unabhängig von der Waldbesitzart finanziell auszugleichen. Hierfür sind ausreichende Finanzmittel zur Verfügung zu stellen, bzw. neue Finanzierungswege zu entwickeln. Eine Inanspruchnahme von Waldflächen kann nur auf freiwilliger Basis geschehen.

Der öffentliche Wald hat in Bezug auf die Gemeinwohlfunktionen nach wie vor eine Vorbildfunktion inne. Die gesamten Gemeinwohlleistungen, die gesellschaftlich orientierte Kosten verursachen, müssen durch intelligente Systeme auch von der Gesellschaft getragen werden können. Der Wald und seine positiven Effekte müssen im Rahmen der Klimaschutzbemühungen der Bundesregierung viel deutlicher herausgestellt werden.

Die Waldstrategie 2020, so das Fazit der Forderungen vieler Interessensgruppen kann nur durch motivierte und gut ausgebildete MitarbeiterInnen umgesetzt werden.

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