Winterfreud´ und Winterleid

Eine idyllische Winterlandschaft erfreut derzeit nicht nur die rodelnden oder schneeschuh-laufenden Kinder in den Bergen, sondern alle Erholungssuchenden - und das auch und vor allem in den tief verschneiten deutschen Wäldern. Wenn Sie jetzt hier zu Fuß oder auf Langlauf-Ski unterwegs sind, können Sie wunderbare Natureindrücke mitnehmen und eine Fülle spannender Beobachtungen machen. Besonders frischer Schnee offenbart uns die ganze Vielfalt nächtlichen Tierlebens, die wir sonst kaum jemals zu Gesicht bekommen. Aber aufgepasst, Augen und Ohren aufsperren und nicht tagträumen: Gefahr droht jetzt nicht nur auf den Straßen, sondern leider auch im Wald!

Man kann es derzeit nicht übersehen – speziell unter den malerisch anmutenden Fichten- oder Kiefernaltbäumen sind die Waldwege mancherorts geradezu übersät mit herabgestürzten Ästen oder abgebrochenen Stämmen. Unter diesen „verunglückten“ Baumteilen, zu denen oft noch Eiszapfen, -brocken oder -anhänge kommen, sind auch solche, die durch Größe und Gewicht durchaus schwere oder sogar tödliche Verletzungen hervorrufen können.

Nicht nur für Förster und Waldarbeiter, die hier auch jetzt den Wald bewirtschaften oder Gefahren beseitigen müssen, bedeutet dies ein Wagnis, sondern auch für alle anderen „Waldbesucher“! „Teilweise mussten aus diesem Grund sogar schon Wege gesperrt werden“, so Hans Jacobs, Bundesvorsitzender des BDF. „Lassen Sie sich jedoch ihren geplanten Waldgang durch diese Warnung nicht verdrießen!“, beschwichtigt Jacobs aber weiter. Denn: derzeit wird der Blick auf das Wetter leider immer hysterischer, ist der Begriff Klima mit dem der Katastrophe verbunden. Nicht Panik und schreckliche Angst ist nun angesagt, sondern nur besondere Achtsamkeit, Ruhe und Gelassenheit.

Die Älteren unter uns, die in den 1950ern bis 1970ern als Kinder noch „Ski und Rodel gut!“ jubeln konnten, wissen es ohnehin: die gegenwärtige weiße Pracht ist mitnichten eine Katastrophe, zu der sie in der Öffentlichkeit oder von an die Grenzen ihrer Fähigkeiten stoßenden Verkehrsdienstleistern gemacht wird, sondern ein ganz normaler Winter! Schließlich offenbaren sich an Schneelast oder Eisanhang wieder einmal die zwei Seiten der Natur - die schöne und die anstrengend-brutale. Sie gehören zusammen. Wer mit beiden umzugehen weiß, lebt nicht nur entspannter, sondern auch länger. Wirklich gefährlich ist uns nur der - heute jedoch bei naturentfremdeten Menschen immer häufiger anzutreffende - Mangel an Demut vor der Natur, denn: dann schlägt sie meist zurück!

Übrigens: Alle Voraussagen deuten darauf hin, dass der Winter noch nicht vorbei ist. Machen Sie sich also vor Ihrem nächsten Waldspaziergang einfach sachkundig und fragen sie Ihren „Förster von nebenan“! Am besten ist es freilich, sich für den winterlichen Waldgang einem „Waldprofi“ anzuvertrauen und an den angebotenen Försterwanderungen teilzunehmen: Die finden Sie u.a. unter www.treffpunkt-wald.de.

Winter in deutschen Wäldern
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