1, 2, 3 ODER 4 … GRAD?

KlimaschutzSeit Montag letzter Woche treffen sich in Durban wieder einmal die Politiker dieser Welt, um über ein neues globales Klimaschutzabkommen zu beraten. Dieses soll das auslaufende Kyoto-Klimaschutz-protokoll ersetzen. Die Zeit ist überreif für radikale Maßnahmen gegen den Klimawandel. Das 2-Grad-Ziel ist kaum noch zu erreichen. Der Bund Deutscher Forstleute (BDF) hebt die Bedeutung des Waldes im Klimaschutz hervor, betont aber auch die Bedrohung desselben durch den Klimawandel. Klimaschutz ist somit zuallererst auch Daseinsfürsorge für die Gesellschaft.

Seit Montag letzter Woche treffen sich die Politiker und Klimaexperten dieser Welt in Durban, um ein Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll zu entwerfen.

Es ist höchste Zeit, sich der gravierenden weltweiten Bedeutung des Klimawandels bewusst zu werden, um Partikularinteressen zu überwinden und die richtigen Schritte hin zu wirklichem Klimaschutz zu machen. Bereits im Vorfeld wurde jedoch erschreckend einmütig festgestellt, dass es wohl kaum zu einer wirksamen Einigung kommen wird.

„Die großen Entscheider haben den Schuss noch nicht gehört. In Sachen Klimaschutz ist es bereits später als Viertel nach Zwölf“, meint Hans Jacobs, Bundesvorsitzender des BDF. „Es kommt jetzt darauf an, wichtige und große Schritte zu machen. Vor allem die Industrieländer müssen Vorbild sein. Erneuerbare Energien, Energieeffizienz, Nachhaltsstrategien, Waldschutz sind die Stichworte“, so Jacobs weiter.
Das 2-Grad-Ziel ist kaum noch haltbar. Die prognostizierten Auswirkungen will und kann sich niemand ausmalen. Waldsterben war gestern. Klimawandel ist heute. Klimakatastrophe vielleicht morgen.

Wälder sind einerseits Teil der Strategie des Klimaschutzes. Gleichzeitig durch die rasanten Änderungen des Klimas selbst extrem bedroht. Im Internationalen Jahr der Wälder kann dies nicht deutlich genug werden.

„Der Leitspruch des BDF zum Waldgebiet des Jahres 2012 lautet ‚Heute braucht Forstleute’. Praktizierte, umfassend nachhaltige Forstwirtschaft durch gut qualifizierte Forstleute – die Nutzung der Wälder – ist deren bester Schutz. Gleichzeitig auch aktiver Klimaschutz und Beispiel für weitsichtige und langfristige Planungen und Strategien“, erklärt Jacobs weiter.

Die nachhaltige Forstwirtschaft, erfunden vor fast dreihundert Jahren in Deutschland, ist in ihrer naturnahen Ausprägung ein deutscher Exportschlager und ist praktizierter Wald- und Klimaschutz par excellence. Der nachwachsende, CO2-neutrale Rohstoff Holz wird ökologisch wertvoll produziert. Die Wälder dienen als Kohlenstoffsenken, Holzprodukte binden das Klimagas langfristig und ersetzen energieintensivere Materialien.

Auch als klimaneutraler Energielieferant kommt dem Holz immer mehr Bedeutung zu.
Im Bewusstsein, dass die Erde erhalten und bewahrt werden muss, fordert der BDF von der Politik, über ihren Schatten zu springen, um effektive und effiziente Ergebnisse für den Klimaschutz zu erzielen, im Interesse der gesamten Gesellschaft.
„Wir haben nur diesen einen Planeten, den wir an unsere Kinder und Enkel vererben“, so Jacobs.

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