Deutsche lieben Natur – Wie die Forstleute den Wald

Deutsche lieben NaturDer Bund Deutscher Forstleute fordert eine verbesserte Aufklärung der Bevölkerung. In der aktuellen Naturbewusstseinsstudie des Bundesumweltministeriums (BMU), zeigt sich, dass Natur eine Herzensangelegenheit der Menschen ist. Der BDF freut sich vor allem, dass in der Studie die nachhaltige Nutzung der Natur als wichtiger Baustein beim Schutz der biologischen Vielfalt herausgestellt wird. 60 Prozent der Befragten sehen dennoch die vermehrte wirtschaftliche Nutzung der Wälder kritisch. Es muss deutlicher werden, dass eine multifunktionale und naturnahe Forstwirtschaft Allen nutzt.

Gestern stellte das Bundesamt für Naturschutz (BfN) in Bonn eine Studie zum Naturbewusstsein der Deutschen vor, die es im Auftrag des Bundesumweltministeriums (BMU) durchführte. Dabei zeigte sich, dass Natur eine Herzensangelegenheit der Menschen ist. Die meisten verbinden Natur mit gutem Leben, Gesundheit und Erholung. Die überwiegende Mehrheit (86 %) macht der Naturaufenthalt glücklich.

Prof. Beate Jessel, Präsidentin des BfN, möchte dieses Lebensglück auch für zukünftige Generationen erhalten, ohne Kämpfe zwischen Ökologie und Ökonomie.

Hierbei können die Forstleute nur beipflichten. „Das moderne Verständnis von nachhaltiger Forstwirtschaft, wo alle Funktionen gleichermaßen und möglichst naturnah, jetzt und in der Zukunft, erbracht werden, ist auch praktizierter Naturschutz“, so Hans Jacobs, Bundesvorsitzender des BDF.

Auch die Befragten der Studie (55 %) meinen, dass sich die Forstwirtschaft genau richtig für den Schutz der Natur einsetzt. Sie werden hier nur von den Naturschutzverbänden überflügelt (60 %), die es aber auch mal damit übertreiben (18 %).

„Forstleute kennen den Begriff der Nachhaltigkeit seit fast 300 Jahren und prägten diesen maßgeblich. Seit über 200 Jahren ist die deutsche Forstwirtschaft nachhaltig geregelt und unterliegt strengsten Kriterien, die man sich größtenteils selbst auferlegt hat. Wir sind die Fachleute im und für den Wald. Selbst scheinbare Gegensätze wie Holznutzung für den Klimaschutz und andererseits angemessener Totalschutz für die Artenvielfalt kriegen wir unter einen Hut – jedoch ohne radikale Forderungen in jedwede Richtung“, erklärt Jacobs weiter.

Die Ergebnisse des BfN geben weiter wichtige Hinweise. Nur 35 % befürworten einen vermehrten Holzeinschlag für die Energiewende. 12 % der Befragten zur Verschlechterung von Natur und Landschaft bemängeln eine rücksichtslose Forstwirtschaft. Dies muss der Forstwirtschaft bewusst sein.

Die Nutzung unserer Wälder muss noch besser erklärt werden. Die forstliche Öffentlichkeitsarbeit, vor allem auch die waldbezogene Umweltbildung ist dabei wichtiges und auch nachgefragtes Instrument. Hierzu bedarf es unbedingt auch ausreichenden und qualifizierten Personals.

Natur und Wälder wecken Emotionen und sind wichtige und beachtete Bausteine im Leben der Menschen. Forstleute sind dabei wichtige Begleiter, denn: Wir lieben Wald!