Greenpeace dreht sich im Kreis

Nachdem Greenpeace bereits im bayerischen Spessart eine angebliche Waldvernichtung anprangert, wird diese Aktion nun auf Niedersachsen ausgedehnt. Dabei wird insbesondere der Solling genannt. Wie schon die Niedersächsischen Landesforsten weist auch der Bund Deutscher Forstleute die Vorwürfe zurück. Gerade der Solling wurde jüngst aufgrund seiner einzigartigen Schönheit, reichen Naturausstattung und der vorbildlichen Arbeit der Forstleute vor Ort durch eine breite Öffentlichkeit als das Waldgebiet des Jahres 2013 gewählt. Die gemeinsame Arbeit mit vielen Partnern erhält den Nutzen des Waldes in seinen vielfältigen Funktionen für die gesamte Gesellschaft. Einschließlich Ökologie und Naturschutz.

Seit Anfang des Jahres versucht Greenpeace mit öffentlichkeitswirksamen Waldcamps und abenteuerlichen Behauptungen über die Forstwirtschaft Waldzerstörung anzuprangern, wo es keine gibt.

Dabei werden die langjährigen Leistungen der Forstleute, Waldbesitzer und Forstbetriebe übergangen. Die heutigen Wälder sind Produkte der Arbeit Generationen von Forstleuten vor uns. Die Ernte einzelner Bäume im Rahmen einer naturnahen Waldbehandlung unter Berücksichtigung aller Waldfunktionen, inklusive Natur- und Artenschutz, bedeutet nur minimale Eingriffe in den Naturhaushalt. Oberstes Prinzip bleibt dabei die Nachhaltigkeit, die auch bereits seit fast 300 Jahren durch Forstleute geprägt und weiterentwickelt wurde und gerade heute Grundlage jeden (Forst)Wirtschaftens ist.

Darüber hinaus wird, in Niedersachsen durch das sogenannte LÖWE-Programm (Langfristige Ökologische Waldentwicklung), bereits seit Jahrzehnten jede Anstrengung unternommen, die Wälder in naturnahe Laubmischwälder zu verwandeln. Millionen Bäume, gepflanzt für eine grüne Waldzukunft.

„Greenpeaceaktivisten, die die Forstwirtschaft vor Ort diskriminieren stempeln alle Forstleute als Waldfrevler ab. Diese Art von Kommunikation lehnen wir als unseriös und unwürdig rundweg ab“, ist Hans Jacobs, Bundesvorsitzender des BDF, empört.

„Das Entgegenkommen der Forstwirtschaft, die Bereitschaft zum Dialog und die Weiterentwicklung unserer Buchenwälder und des gesamten Ökosystems Wald in Deutschland zu einem Wald für alle Bürger und als Lebensraum sehr vieler Tier und Pflanzenarten wird seitens Greenpeace komplett negiert. Dieses Vorgehen zeigt die wahre Motivation des Verbandes. Es geht den Aktivisten nur um ihre Kampagne und eine möglichst breite Öffentlichkeitswirkung mit völlig haltlosen Behauptungen und der Ignoranz jedweder vorliegender Daten“, so Jacobs weiter. „Greenpeace nutzt seine hohe Medienpräsenz, um die Gesellschaft durch bewusste Streuung von Falschinformationen hinters Licht zu führen“, ergänzt Ernst-August Bergmann, Landesvorsitzender des BDF Niedersachsen.

Dabei ist den vermeintlichen Waldexperten auch entgangen, dass die Bürger vor Ort bereits gut informiert sind. In zahlreichen Institutionen und Vereinen sind sie organisiert, um ihren Wald zu nutzen. In Partnerschaft mit der Forstwirtschaft wird gerade die Gemeinwohlleistung der Wälder besonders betont und eingefordert. Tourismus und Erholung werden großgeschrieben. Hierfür zeichnen die Forstleute nachhaltig verantwortlich.

Der einseitige Fokus von Greenpeace hilft dabei nicht. Der BDF will weiter mit allen Partnern des Waldes im Dialog um dessen Nutzung und Weiterentwicklung bleiben. Gerade auch mit den Naturschutzverbänden. Die einseitige und radikale Sichtweise eines einzelnen Akteurs droht jedoch bereits gebaute Brücken wieder einzureißen.