Wald und Klima werden im Stich gelassen

Wald und Klima

Nach einer Streichliste des Bundesumweltministeriums (BMU) ist noch im März geplant, den Waldklimafonds zu streichen. Damit verabschiedet sich die Bundesregierung sang- und klanglos vom Klima- und Waldschutz. Gleichzeitig führt sie die eigenen Strategien zum Schutz der Biodiversität und des Waldes ad absurdum. Der Bund Deutscher Forstleute (BDF) fordert die Bundesregierung auf, die Finanzierung des Waldklimafonds abzusichern. Dies ist zwingend, um die Wälder vor den Folgen des Klimawandels zu schützen und die Leistungen des Waldes für den Klimaschutz aufrecht zu erhalten. Ins Jahr der Nachhaltigkeit gehören verantwortungsvolle Entscheidungen.

Wie der Spiegel in der letzten Woche berichtet, kursiert im Bundesumweltministerium eine Streichliste mit Maßnahmen aus dem Energie- und Klimafonds (EKF), die aus Geldmangel gestrichen werden sollen. Die Bundesregierung verabschiedet sich somit klammheimlich aus dem Klimaschutz, weil die Gelder aus den Erlösen des Emissionszertifikatehandels nicht ausreichen. Einer Ankurbelung dieses Handels verweigert sich das Bundeswirtschaftsministerium – wegen angeblich negativer Wirkungen für deutsche Unternehmen.

Welche negativen Wirkungen der an Fahrt zunehmende Klimawandel hat, wird anscheinend in Kauf genommen.

Bei einer Anhörung im Bundestag wurde deutlich, dass eine solche Liste durchaus existiert. Die Fragen der Abgeordneten nach der Finanzierung des Waldklimafonds und weiterer wichtiger Programme zum Klimaschutz wurden von der Parlamentarischen Staatssekretärin im BMU, Katherina Reiche, ausweichend beantwortet.

„Der Wald leistet viel für den Klimaschutz und ist aber gleichzeitig über die Maßen vom Klimawandel betroffen. Dies belastet die Gesellschaft – wichtige Funktionen können nicht mehr erfüllt werden. Darüber hinaus erleiden Forstbetriebe und Waldbesitzer hohe Verluste. Arbeitsplätze drohen verloren zu gehen“, so Hans Jacobs, Bundesvorsitzender des BDF.

Im Jahr der Nachhaltigkeit – Made in Germany vor 300 Jahren – werden so rückwärtsgewandte und kurzsichtige Entscheidungen getroffen, die immens negative Auswirkungen für die Zukunft der Gesellschaft haben.

„Wir fordern die Bundesregierung auf, den Waldklimafonds und die weiteren Maßnahmen des EKF aus den Erlösen eines ernsthaft betriebenen Emissionszertifikatehandels oder aus Haushaltsmitteln dauerhaft abzusichern“, bringt es Jacobs auf den Punkt.

Nur ein Zertifikatehandel der seinen Namen verdient, beteiligt Unternehmen ernsthaft an deren verursachten Verschmutzungen durch CO2-Ausstoß und v.a. an den Folgekosten. Es tut Not, dass die Zertifikate diese Kosten wirklichkeitsnah abbilden und nicht verschenkt werden. Dieser Schritt zu mehr Nachhaltigkeit würde ausreichen, die notwendigen Maßnahmen zu finanzieren.

„In den letzten Jahren wurde stark um den Waldklimafonds gerungen. Die klägliche Ausstattung mit 28 Millionen Euro jährlich war das Ergebnis. Ein Tropfen auf den heißen Stein im Vergleich zu den Leistungen des Waldes und ihrer Bewirtschafter für den Klimaschutz. Wenn nun auch dies noch kurzsichtig gestrichen wird, können wir uns nach 300 Jahren praktizierter Nachhaltigkeit verabschieden. Der Begriff wird dann letztlich nur zur Worthülse“, so Jacobs abschließend.

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