Kein Lärm im Wald

Kein Lärm im Wald Bild: Rainer Sturm, pixelio.de

Am 24. April 2013 findet der diesjährige „Tag gegen den Lärm“ statt. Ziel der stattfindenden Aktivitäten ist, jede Krachmacherei als eine besondere Art von Umweltverschmutzung ins Bewusstsein zu rufen. Der Bund Deutscher Forstleute (BDF) lädt die Lärmgeplagten der Nation ein, diesen Tag im Wald zu verbringen. Forstleute sorgen dafür, dass die Schutzfunktion als Ruhepol nachhaltig erhalten bleibt. Der Schutz vor Lärm und anderen schädlichen Immissionen ist eine der vielfältigen Funktionen des Waldes, die oft nicht wahrgenommen werden. Diese sind jedoch wichtige Gründe Wald zu erhalten und zu mehren – im Zusammenspiel der Dimensionen der Nachhaltigkeit.

Ein sehr wichtiger Grund, warum viele Menschen gerade den Wald frequentieren, wenn sie sich erholen wollen, ist die in ihm herrschende relative Stille. Das gilt speziell für Städter, die oft ganztägig Hektik aller Art und besonders dem Verkehrslärm ausgesetzt sind. Diese Feststellung lässt sich durch Befragung der Waldbesucher immer wieder bestätigen: Rund ein Drittel der interviewten Personen suchen den Wald ganz allein deshalb auf, weil sie in ihm Ruhe finden. „Diese Funktion des ‚Doktor Wald’ wird in Zukunft wohl immer wichtiger“, so Hans Jacobs, Bundesvorsitzender des BDF. „Die Forstleute tragen jedoch nicht nur dazu bei, diese Funktion und den Wald als Ganzes zu erhalten, zu pflegen und in der Fläche zu vermehren. Es sind auch Forstleute, die lehren können, in heftig bewegter Zeit ab und an Waldeinsamkeit zu suchen und dann der Stille zu lauschen“, erläutert Jacobs.

Fragt man sich, warum es im Wald für das menschliche Empfinden recht still ist, so stellt man drei Dinge fest:

  1. Es gibt im Wald kaum künstliche Lärmquellen.
  2. Die natürlichen Geräusche des Waldes werden nicht als störend betrachtet, obwohl sie, denkt man zum Beispiel an das Rauschen der Bäume bei Wind, das Quaken der Frösche, das Schrecken der Rehe oder das Röhren der Hirsche, ganz erhebliche Lautstärke annehmen können. Im Gegenteil: durch all diese als zutiefst natürlich empfundenen Töne, zu denen natürlich auch das Singen der Vögel, Rascheln der Blätter, Keckern der Eichhörnchen, Gemurmel der Bäche gehört, fühlen sich die Besucher durchweg angenehm berührt.
  3. Stämme, Blätter, Nadeln und weicher Waldboden dämpfen von außen eindringende Geräusche.

Der Wald wirkt so auf die meisten Menschen als „Seelentröster". Hier kann man die „Seele baumeln“ lassen und Frieden finden, die Natur (und damit auch sich selbst) mit allen Sinnen bewusst erleben, den medial verpassten künstlich-affektierten Schein einmal abwerfen, kreativ und spontan sein, abseits der hektischen Welt Beschaulichkeit und natürlich auch … Stille suchen. „Wir laden Sie dazu ein – besonders am Tag gegen den Lärm“, so Jacobs abschließend.

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