Waldklimafonds schon im ersten jahr gescheitert?

Der Waldklimafonds, aus dem die Bundesregierung Maßnahmen für die Anpassung des Waldes an den Klimawandel finanzieren will, ist nun doch nicht gescheitert. Er wird mit 7,2 Millionen Euro ausgestattet. Das sind etwa 0,65 Euro pro Hektar deutscher Waldfläche. Die Forstwirtschaft – Forstleute und Waldbesitzer – werden nahezu allein gelassen in den Bemühungen zur Erhaltung und zum Umbau des Waldes. 11,1 Millionen Hektar Wald in Deutschland, 30 Prozent der Gesamtfläche, binden jedes Jahr über 100 Millionen Tonnen klimaschädliches CO2. Der Wald schützt das Klima. Der Wald ist jedoch durch den Klimawandel bedroht. Der Schutz und die Erhaltung des Waldes ist mehr wert als 65 Cent pro Hektar!

Es ist eine gute und eine schlechte Nachricht. Die Gute zuerst: Der Waldklimafonds ist nicht gescheitert. Er wird noch in diesem Jahr zum ersten Mal mit Geld gefüllt, um Projekte zugunsten des Waldes zu finanzieren.

Die schlechte Nachricht lautet allerdings: Es stehen nur 7 Millionen Euro zur Verfügung. Das sind 75 Prozent Kürzung gegenüber den vorgesehenen 28 Millionen Euro.

„Das ist ein Armutszeugnis für die Bemühungen um Walderhaltung und Waldschutz. Die Forstleute sind schwer enttäuscht“, so Hans Jacobs, Bundesvorsitzender des Bund Deutscher Forstleute (BDF). Die Regierungskoalition einer Kanzlerin Merkel – die gerade noch vor der versammelten Forstwirtschaft zum Festakt der Nachhaltigkeit in Berlin deren nachhaltiges Handeln lobt und selbiges für alle Lebensbereiche der Gesellschaft einfordert – betrieb die Ablehnung einer Verminderung der Zertifikate im Treibhausgashandel in der EU. Diese Verminderung war angedacht, um den Preis der Verschmutzungszertifikate wieder auf ein angemessenes Maß anzuheben. Damit bleiben die Aussichten für steigende Einnahmen für den Energie- und Klimafonds düster.

Die vorbildliche Forstwirtschaft wird damit weitgehend allein gelassen. Waldbesitzer und Forstleute schützen einerseits mit ihrer Waldwirtschaft das Klima und müssen bei den gravierenden Folgen des Klimawandels für den Wald zusehen, wo sie bleiben. Makaber ist dabei, dass besonders wenig Fördermittel fließen, wenn auch noch der Treibhausgashandel wenig Motivation gibt, Treibhausgase einzusparen und so wenig Impulse für den Klimaschutz setzt.

Verlässliche Politik sieht anders aus.

„Der BDF bleibt bei seiner Forderung, den Waldklimafonds aus dem Bundeshaushalt zu finanzieren und mit einer spürbaren Summe auszustatten“, bekräftigt Jacobs.

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