Mehr Sicherheit im Wald

AK Verkehrssicherheit Der Arbeitskreis Verkehrssicherheit des BDF traf sich am Vortag des Forums, um intensiv über Dienstanweisungen, Praxisfälle und die Forderungen an die Arbeitgeber aus gewerkschaftlicher Sicht zu diskutieren. Dabei kam man zu einmütigen Entscheidungen. vorn, 3.v.l., Gastgeber Prof. Dr. Wolff, hinten, 2.v.l., AK-Sprecher Roland Haering.

Anlässlich des gestrigen 2. Rottenburger Forum Verkehrssicherung an Waldbeständen fordert der Bund Deutscher Forstleute (BDF) eindeutige Regeln für die Kontrolle von Waldbeständen. Die meisten Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von Forstverwaltungen, -betrieben und –anstalten werden als Verantwortliche vor Ort allein gelassen, da es keine abgestimmten Vorgaben und Regelungen des Arbeitgebers gibt. Darüber hinaus sind die notwendigen Baumkontrollen in der normalen Arbeitszeit kaum zu schaffen. Neues Personal muss eingestellt werden. Weiterhin fehlt es an qualifizierten Schulungen und Weiterbildungsmöglichkeiten.

Am 19. Juni fand in Rottenburg an der Hochschule für Forstwirtschaft das 2. Forum Verkehrssicherung an Waldbeständen statt. Unter dem Motto „Nach dem Urteil ist vor dem Urteil“ trafen sich Forstleute, Sachverständige, Touristiker, Versicherer und andere Inte-ressierte aus ganz Deutschland auf Einladung des Instituts für Waldarbeit und des Arbeitskreises Verkehrssicherung des BDF.

Nachdem im letzten Jahr der Bundesgerichtshof (BGH) einen Fall der Verkehrssicherheit im Wald durchgeurteilt hatte und weitreichende Feststellungen zu diesem Thema traf, hat sich die Forstbranche zurückgelehnt und keinerlei weiteren Diskussionsbedarf gesehen.

Jedoch herrscht unter den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vor Ort, die für die Verkehrssicherheit und die Kontrollen letztlich verantwortlich zeichnen eine hohe Unsicherheit und teilweises Unwissen. Dies belegen auch aktuelle Umfragen unter den Betroffenen.

„Die Mitarbeiter stehen mit Ihrer Verantwortung häufig allein im Wald. Vom Arbeitgeber gibt es kaum eine Richtschnur für Kontrollen an Wegen, Straßen oder Grenzen zu Bebauungen. Auch über weiter notwendige Verkehrssicherungsmaßnahmen innerhalb des Waldes besteht Uneinigkeit. Bei etwaigen Unfällen stehen die Forstleute zusätzlich im Regen. Wir brauchen die Entlastung durch den Dienstherrn. Diese müssen ebenfalls Ihren Anteil der Verantwortung übernehmen“, so Hans Jacobs, Bundesvorsitzender des BDF.

Der BGH stellte 2012 fest, dass die Waldbesitzer für Gefahren im Wald keine besondere Haftung übernehmen müssen. Jegliche Besucher begeben sich auf eigene Gefahr in den Wald. Etwaige Unfälle gehören zum normalen Lebensrisiko.

Bei näherem Hinsehen waren die Feststellungen des höchsten deutschen Gerichts jedoch keineswegs eindeutig. So müssten häufig genutzte Waldwege weiter allgemein überprüft werden. Die bisherige, allgemeine Verkehrssicherungspflicht bleibt bestehen. Das BGH-Urteil hat zwar vieles klargestellt jedoch auch noch viel offen gelassen.

Die Forstbranche ist daher nicht erst seit gestern aufgerufen, eindeutige Regelungen aufzustellen. Die Regelwerke für Kontrollen und Maßnahmen an Bäumen außerhalb des Waldes sind bereits wesentlich weiter und in der Anwendung weitestgehend bewährt.

Der Arbeitskreis Verkehrssicherung des BDF wird sich weiter mit Dienstanweisungen, mit Rechtsschutz in Ermittlungsverfahren, mit Versicherungsmöglichkeiten und dem Schulungsbedarf befassen und die Arbeitgeber auf Ihre Pflichtaufgaben, vor allem in Hinsicht auf die eigenen Mitarbeiter, hinweisen.