dbb Chef auf Demografie-Kongress:
Öffentlicher Dienst braucht Anpassungen bei Personalpolitik und Infrastruktur

Klaus Dauderstädt Foto: Jan Brenner

Der öffentliche Dienst in Deutschland braucht angesichts des „Tsunamis Demografie“ Anpassungen in zweierlei Richtung. „Ich sehe zum einen diese Notwendigkeit in der Personalpolitik, zum anderen für die historisch vorgehaltene Infrastruktur“, sagte der dbb Bundesvorsitzende Klaus Dauderstädt am 28. August 2013 auf dem 8. Demografie-Kongress des Behörden Spiegel im dbb forum berlin. „Was davon ist künftig noch notwendig und wichtig?“

Dauderstädt erinnerte daran, dass seit 1993 das Durchschnittsalter der in der Bundesverwaltung Beschäftigten auf über 45 Jahre gestiegen ist, dass in den nächsten zehn Jahren 23,5 Prozent – das sind über 700.000 – von ihnen altersbedingt ausscheiden und im öffentlichen Dienst schon jetzt 100.000 Fachkräfte fehlen. „Nachwuchsgewinnung wird bereits heute weder sektoral noch regional in erforderlichem Umfang geleistet“, so Dauderstädt.

Um den vom dbb vorgeschlagenen Demografie-Pakt mit Leben zu erfüllen, werde der gewerkschaftliche Dachverband unter anderem in einer umfangreichen Kampagne Berufsgruppen des öffentliches Dienstes vorstellen, kündigte Dauderstädt an. „Dafür nutzen wir die am weitesten verbreitete Schülerzeitung ‚Spiesser‘, denn wir haben großes Interesse daran, dass die jungen Leute die Attraktivität des öffentlichen Dienstes erkennen.“

Zwar habe die Bundesregierung mit Fachkräftegewinnungsgesetz, Altersgeldgesetz und den Neuregelungen bei der Pflege schon einiges getan, um die Konkurrenzfähigkeit des Arbeitsmarktes öffentlicher Dienst zu sichern. „Das ist aber nicht genug“, machte der dbb Chef klar. So müsse die Entwicklung in Krisenbereichen wie etwa dem öffentlichen Gesundheitsdienst zu denken geben, wo vor allem aufgrund schlechter Einkommensperspektiven die Zahl der Ärztinnen und Ärzte von 3.800 (1995) auf derzeit nur noch 2.370 gesunken sei.

Auch die hohe Zahl von öffentlich Beschäftigten, die die vorgesehene Altersgrenze nicht erreichen, stimme ihn besorgt, so der dbb Chef. „Es muss deutlich mehr dafür getan werden, die Älteren sinnvoll und in ihrer Gesundheit ungefährdet am Arbeitsplatz zu halten.“

Der 8. Demografie-Kongress Best Age (27./28. August 2013), für den der dbb Kooperationspartner ist, widmet sich dem Thema „Land und Leute! Die Zukunft vor Ort gestalten“ und legt den inhaltlichen Schwerpunkt auf die Bewältigung der demografischen Herausforderungen in den Kommunen.