Für den Wald, für die Gesellschaft

Am Sonntag hat jeder Deutsche die Wahl. Spätestens am Montag ist klar, wer die neue Bundesregierung stellt. Der Bund Deutscher Forstleute (BDF) will schon heute mit Forderungen an den Koalitionsvertrag Kernpunkte einer nachhaltigen und verantwortungsvollen Politik aufzeigen. Der Wald steht vor großen Herausforderungen. Nicht nur die Natur ändert sich gerade rasant – gerade auch durch den Einfluss des Menschen auf das Klima. Auch gesellschaftliche Strömungen nehmen Einfluss. Hierauf muss die neue Bundesregierung reagieren, um den Wald in ganzheitlicher Verantwortung und der Tradition der Nachhaltigkeit für die Nachwelt mit allen Optionen zu erhalten.

In einem 5-Punkte-Programm fasst der BDF seine wesentlichen Forderungen und Formulierungsvorschläge für den Koalitionsvertrag an die neue Bundesregierung zusammen.

1. Es wird ein Mindestlohn im Forst eingeführt und die Mindestqualifikation der Forstleute im Bereich der Betriebsleitung, Betriebsführung und der forstfachlichen Arbeiten im BWaldG festgelegt.

Die hochriskante Waldarbeit und das sensible Ökosystem Wald erfordern besonders qualifizierte Arbeitskräf-te. Angemessene Entlohnung und gute Ausbildung gewährleisten Sicherheit und Qualität bei der Waldar-beit. Der BDF fordert daher einen Mindestlohn Forst (mindestens 11 €/h für Forstwirte, mindestens 22 €/h für Forstingenieure).

2. Der Wald-Klima-Fonds wird mit 50 Millionen Euro jährlich ausgestattet, dafür wird der Zertifikatehandel als Finanzierungsgrundlage durch die Reduktion der verfügbaren CO2-Zertifikate auf eine ökonomisch solide Basis gestellt.

Die Forstwirtschaft ist von den Folgen des Klimawandels besonders hart betroffen, Anpassungsmaßnahmen sind dringend geboten.

3. Die Bundesregierung favorisiert ein integratives Naturschutzkonzept.

Der BDF sieht die Gefahr, dass auf den bewirtschafteten Waldflächen die Nutzungsintensität als Folge von weiteren Flächenstilllegungen erhöht wird.

4. Im Bundeswaldgesetz (BWaldG) wird die die kostenlose, forstliche Offizialberatung des Kleinprivatwaldes in ausreichendem Umfang verankert.

Bei einer Vielzahl der Waldbesitzer beträgt die Flächengröße weniger als ein Hektar, durch die geringe Besitzgröße ist eine kostendeckende forstfachliche Beratung nicht möglich. Forstlicher Sachverstand ist eine unabdingbare Voraussetzung, um die Besonderheiten des Ökosystems und die vielfältigen Funktionen des Waldes zu berücksichtigen, genannt seien hier nur „Klimawandel“ und „Holzmobilisierung“.

5. Im Rahmen des Regierungsprogramms „vernetzte und transparente Verwaltung“ wird die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, Sparte Bundesforst, zu einem umfassenden Naturschutzdienstleister für Bundesliegenschaften konsequent weiterentwickelt.“

Bundesforst soll zu einem Dienstleister im naturverträglichen Geländemanagement von Bundesliegenschaften sowie zu einem kompetenten Berater in allen Fragen des praktischen Naturschutzes, des angewandten Naturschutzrechts und von Ökosystemleistungen für alle Bundesressorts entwickelt werden.

Zum Schreiben „Forderungen an die neue Bundesregierung / den Koalitionsvertrag“ (PDF).