Begründer der Forstwirtschaft wird 250

Begründer der Forstwirtschaft wird 250

Am 30. Oktober 1763 – vor 250 Jahren – wurde Heinrich Cotta geboren. Der Bund Deutscher Forstleute (BDF) würdigt diesen Forstmann der ersten Stunde besonders und macht vor allem im Jubiläumsjahr der forstlichen Nachhaltigkeit auf ihn aufmerksam. Heinrich Cotta begründete die geregelte Forstwirtschaft, hob die erste Forstakademie aus der Taufe und machte sich damit besonders für die Ausbildung verdient. Er füllte die Ideen von Carlowitz aus dem Jahr 1713 zur Nachhaltigkeit mit Leben und entwickelte sie weiter. Das Erbe von Cotta und Carlowitz muss weitergeführt und weiter gedacht werden. Der BDF fordert für die Nachhaltigkeit in den Wäldern vor allem eine adäquate Personalausstattung.

Im thüringischen Forsthaus Kleine Zillbach startete der Erfolgsweg der deutschen Forstwirtschaft. Hier wurde vor 250 Jahren Heinrich Cotta am 30. Oktober 1763 geboren.

Cotta gab als ausgebildeter Jägerbursche und studier-ter Natur- und Kameralwissenschaftler bereits sehr früh forstlichen Unterricht. Seine große Bedeutung als Forstwissenschaftler, mit der er Weltgeltung erhielt, begründete er mit der Übersiedlung seiner Zillbacher Forstlehranstalt ins sächsische Tharandt 1811. Diese wurde 1816 zur Forstakademie erhoben und ist damit die zweitälteste Forsthochschule der Welt.

Heinrich Cotta beeinflusste die Forstwissenschaft in der ganzen Welt, da auch sehr viele ausländische Studierende die Akademie in Tharandt besuchten.

„Heinrich Cotta ist der Begründer der modernen, nachhaltigen Forstwirtschaft und Forstwissenschaft und muss in einem Atemzug mit Hans Carl von Carlowitz, dem Begründer der forstlichen Nachhaltigkeit, genannt werden“, ist sich Hans Jacobs, Bundesvorsitzender des BDF, sicher.

Cotta prägte den Begriff „Waldbau“ als Nachfolge der damals gebräuchlichen „Holzzucht“ und ernannte ersteren zu einer ganzheitlichen Wissenschaft und Kunst. Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt Cottas Tätigkeit und Bestandteil der modernen Forstwirtschaft war die Forsteinrichtung. Diese beeinflusste und entwickelte er maßgeblich.

„Erst durch die Forsteinrichtung und die Einführung von Ertragstafeln war es möglich, die Wälder planvoll und nachhaltig zu bewirtschaften“, so Jacobs weiter. Heinrich Cotta baute auch die damals durch Raubbau und Übernutzung zerstörten sächsischen Wälder wieder auf und erkannte bereits die Bedeutung des gemischten Waldes.

Er stand damit ganz im Dienste und im Erbe der Nachhaltigkeit, die Carlowitz im Jahr 1713 begründete.

Beide Jubiläen im Blick stehen auch heute tausende Forstleute im Dienste des Waldes und der Bedürfnisse der Gesellschaft an diesen. Das historische Erbe weiterführend wird die Nachhaltigkeit weiterentwickelt, um Antworten auf die heutigen Ansprüche zu finden. Zentral ist die ganzheitliche Bewirtschaftung und Erhaltung des Waldes.

„Das große Ziel der Bewirtschaftung des deutschen Waldes zur Gewährleistung aller Leistungen und der Aufrechterhaltung aller Funktionen kann heute nur mit einer adäquaten Personalausstattung gelingen. Wenn wir dies nicht aus dem Blick verlieren, können wir das Erbe von Cotta und Carlowitz verantwortungsvoll weiterführen. Dafür stehen wir als Forstleute – zum Wohle des Waldes und der Gesellschaft“, so Jacobs abschließend.

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