Hessen-Forst gibt Wald und Personal auf

Wald Foto: Stefan Lautenschläger, pixelio.de

Hessen-Forst will bis 2025 zwanzig Prozent Personal einsparen und begründet dies mit der allgemeinen Haushaltslage und dem demografischen Wandel. Der Bund Deutscher Forstleute fordert Hessen-Forst und die hessische Landesregierung auf, sich nicht hinter „Nachwuchssorgen“ und „langfristigen wohlüberlegten Prozessen“ zu verstecken. Die Politik muss zu ihrer Verantwortung gegenüber dem Wald stehen und geeignete Rahmenbedingungen schaffen, die vielfältigen Ansprüche nachhaltig in allen Dimensionen – sozial, ökologisch und ökonomisch – zu erfüllen. Dies gelingt nicht durch Personalabbau. Hessen-Forst muss die Arbeit im Wald attraktiv gestalten, um dem Fachkräftemangel zu begegnen.

Das Jubiläumsjahr des Begriffs der Nachhaltigkeit – er wurde vor 300 Jahren durch die Forstwirtschaft geprägt – ist kaum beendet und schon verabschiedet sich mit Hessen-Forst eine große Landesforstverwaltung von der Personalnachhaltigkeit. Bis 2025 sollen 20 Prozent des Personals eingespart werden. Was dies für den Wald bedeutet, lässt sich nur erahnen. „Es kann sich keiner einbilden, bei der Einsparung von einem Fünftel des Personals die Aufgaben adäquat weiter zu erfüllen“, so Hans Jacobs, Bundesvorsitzender des BDF.

„Gerade im Wald kommt es auf eine qualitativ hervorragende Arbeit durch hochqualifizierte Forstleute an. Die Ansprüche der Gesellschaft an den Wald steigen stetig an. Die Aufgaben werden also nicht weniger“, so Jacobs weiter. Größere Reviere und weniger Präsenz auf der Fläche bedeuten auch weniger Qualität, weniger Bürgernähe und weniger Betreuung. Die Erklärungen von Hessen-Forst zu moderaten und langfristigen Prozessen können nicht verschleiern, dass man den Wettbewerb um junge Menschen aufgegeben hat und die Verantwortung den Hochschulen zuschiebt. „Hessen-Forst gibt auf, bevor der Fachkräftemangel richtig losgegangen ist“, ist sich Jacobs sicher. „Heutzutage muss man Arbeitsplätze attraktiv gestalten. Leistbare Aufgabenvolumina, angemessene Bezahlung, unbefristete Beschäftigungsverhältnisse, Familienfreundlichkeit sind die Stichworte“, erläutert Jacobs weiter.

Der BDF startete bereits vor einigen Jahren einen Diskurs mit Arbeitgebern und Hochschulen. Dieser Prozess stimmt zuversichtlich. Beide Seiten können aufeinander reagieren und müssen miteinander agieren, um den Wald als anspruchsvollen und attraktiven Arbeitsplatz darzustellen. Das Projekt „Die Unverzichtbaren“ des dbb zur Werbung für den öffentlichen Dienst wurde jüngst sogar vom Bundesinnenminister gelobt. Hier kann Hessen-Forst mitziehen.

Der Ausstieg Hessens aus der Tarifgemeinschaft der Länder war auch nicht zielführend. Der Anschluss an die anderen Länder wird verpasst – nicht nur in der Einkommensentwicklung. Die grüne Regierungsbeteiligung hilft offensichtlich wenig im Wald. Ähnlich werden wie in Baden-Württemberg große Aufgaben wie eine zusätzliche Zertifizierung beschlossen und dann tapfer weiter Personal gespart. Augen zu und durch. Da bleibt dann letztlich auch der Naturschutz auf der Strecke. „Werden jetzt auch Schulen geschlossen, weil weniger Lehrkräfte zu erwarten sind“, fragt sich Jacobs abschließend.

Hessen-Forst gibt Wald und Personal auf (PDF)