Klimawandel bedroht auch den Wald

Klimawandel Foto: Rainer Sturm, pixelio.de

Der Weltklimarat hat am 31. März den 2. Berichtsteil des Fünften IPCC-Sachstandsbericht zu „Folgen, Anpassung, Verwundbarkeit“ vorgelegt. Ein globaler Temperaturanstieg von 4°C, der durchaus möglich scheint, hätte sehr hohe Risiken und bringt unvermeidbare Schäden für Menschen und Ökosysteme. Der Bund Deutscher Forstleute (BDF) fordert richtungsweisende Entscheidungen der Politik zum Schutz unserer Wälder. Damit diese ihre Schutzwirkung aufrechterhalten können, muss dem Klimawandel wirksam begegnet und die Klimaanpassung ernsthaft angegangen werden. Der Waldklimafonds muss deutlich aufgestockt werden. Für den Waldumbau benötigt man mehr finanzielle Mittel und mehr Personal.

Am 31. März und 1. April wurde der Teilbericht 2 des Fünften Sachstandsberichts des IPCC (Weltklimarat) der Öffentlichkeit vorgestellt und erläutert. Dieser beschäftigt sich im Wesentlichen mit den Risiken und Folgen des Klimawandels sowie Möglichkeiten der Anpassung an denselben. Der BDF macht darauf aufmerksam, dass dem Wald eine besondere Rolle zukommt.

„Der Wald bindet große Mengen Kohlendioxid. Mit dem Wald und der Verwendung von Holz können wir daher etwas gegen den Klimawandel tun“, so Hans Jacobs, Bundesvorsitzender des BDF. „Der Wald ist jedoch in besonderem Maße bedroht, da dessen Anpassung an Umweltveränderungen Jahrhunderte benötigt. Diese Zeit haben wir jedoch nicht, bei der gegenwärtigen Rasanz der menschgemachten Klimaänderungen in wenigen Jahrzehnten“, erläutert Jacobs.

Die angekündigten Dürren, Verschiebungen von Niederschlägen in den Winter, Stürme sowie einhergehende Schadinsektenvermehrungen bringen nicht angepasste Wälder zum Absterben. Diese können weniger CO2 aufnehmen. Ein Teufelskreis, der die Klimaänderung noch verstärkt.

Die großen Anstrengungen zum Umbau der Wälder mit klimastabilen Mischbaumarten sind ein Generationenprojekt und erfordern mehr Geld und mehr Personal, um schneller zum Ziel zu gelangen. Diese gesamtgesellschaftliche Aufgabe dient der Daseinsvorsorge. Hier müssen alle Waldeigentümer Unterstützung erfahren. Der Waldklimafonds der Bundesregierung muss weiter aufgestockt werden.

Flankierend muss der Emissionszertifikatehandel als echtes Klimaschutzinstrument verstanden und etabliert werden. Die Nutzung fossiler Energieträger als Brücke zur Energiewende muss beschleunigt überschritten werden. „Wir haben keine Zeit, weiter nur Bedenken zu tragen und Verhandlungen zu führen“, so Jacobs. Deutschland kann, ähnlich wie in der nachhaltigen Forstwirtschaft, Vorreiter und Vorbild sein. Die Finanzierung von Anpassungsmaßnahmen in aller Welt ist dabei ebenso wichtig wie vor der eigenen Haustür.

„Nur mit einem verantwortungsvollen Umgang mit dem Wald, der deutlich mehr Engagement erfordert, können wir die Wiege der Nachhaltigkeit auch für künftige Generationen erhalten“, so Jacobs abschließend.

Mehr Informationen zum IPCC-Bericht unter www.de-ipcc.de

Pressemitteilung (PDF): Klimawandel bedroht auch den Wald