Die Vermessung des Waldes

Der deutsche Wald ist bei den Forstleuten in guten Händen. Das geht aus den aktuellen Zahlen hervor, die Bundesforstminister Christian Schmidt heute auf der Bundespressekonferenz zur dritten Bundeswaldinventur vorstellte. Der Bund Deutscher Forstleute (BDF) stellt die Leistungen der im und für den Wald arbeitenden Menschen heraus. Sie sind es, die den nun nachgewiesenen guten Zustand hervorbringen. Forstleute und Waldbesitzer machen den Wald vielfältig sowie naturnah und garantieren die nachhaltige Nutzung für alle Waldfunktionen.

Bundesforstminister Christian Schmidt stellte heute die aktuellen Zahlen zum deutschen Wald vor, die in der dritten Bundeswaldinventur erhoben wurden. Das Thünen-Institut für Waldökosysteme erhob 2011/2012 mithilfe von Experten der Bundesländer und extra geschultem Fachpersonal Daten an etwa 60.000 Punkten in ganz Deutschland. Diese liefern einen Einblick in den Wald und zeigen eindrucksvoll die Entwicklung der letzten Jahre. Die Inventuren zuvor wurden 2001/2002 und 1986 bis 1988 vorgenommen.

„Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass sich der Wald in Deutschland gut entwickelt. Diesen Verdienst kann man den Forstleuten und WaldbesitzerInnen nicht hoch genug anrechnen“, so Hans Jacobs, Bundesvorsitzender des BDF.

Die Waldfläche beträgt nach den Ergebnissen der Inventur 11,4 Millionen Hektar. Das sind 32 Prozent der Fläche der Bundesrepublik. Ein Plus von 50.000 Hektar im Vergleich zur letzten Erhebung. Gleichfalls gestiegen ist der Holzvorrat. Er beträgt insgesamt 3,7 Milliarden Kubikmeter oder 336 Kubikmeter pro Hektar. Ein Plus von sieben Prozent. Der Wald in Deutschland wird nachhaltig genutzt. Vom jährlichen Zuwachs von 112 Millionen Kubikmetern werden lediglich 76 Millionen durch Holzeinschlag aus dem Wald geholt.

Die Forstwirtschaft nutzt jedoch nicht nur die Ressource Holz. Bei der naturnahen Waldwirtschaft kommt auch der Naturschutz nicht zu kurz. „Entgegen den Behauptungen vieler Naturschutzverbände, dass die Forstwirtschaft Raubbau am Wald betreibt und der Biologischen Vielfalt keinen Raum lässt, ist gerade durch das Bemühen der Forstleute der Anteil alter Wälder gestiegen, haben Mischwälder zugenommen, herrscht ein neuer Strukturreichtum und gibt es mit mehr Totholz auch mehr Lebensraum für seltene Tierarten“, so Jacobs.

Im deutschen Wald stehen 90 Milliarden Bäume. Über 90 Millionen davon sind besondere Biotopbäume. Eine Million davon wiederum dauerhaft markiert. Das sind über 100.000 Hektar Fläche wertvoller Trittsteine für die Biologische Vielfalt im ganzen Wald.

Die Erhöhung des Totholzanteils auf 224 Millionen Kubikmetern bzw. 21 Kubikmeter pro Hektar (plus 11 Prozent) zeigt, dass man mit einer naturnahen Waldbewirtschaftung auf einem guten Weg ist. Gleichzeitig bedeutet dies auch einen erhöhten Aufwand für die Verkehrssicherung und ein erhöhtes Risiko für die Waldarbeit. Hierfür wird entsprechendes Personal benötigt. Gleiches gilt für die 24 Prozent Waldfläche von Waldbesitzern mit weniger als 20 Hektar Fläche. Hier ist Beratung und Betreuung durch Forstpersonal besonders wichtig und aufwendig.

Letztlich kann man anhand der vorgelegten Zahlen feststellen, dass durch die Anstrengungen der Forstleute der deutsche Wald bestmöglich erhalten und weiter entwickelt wird. Den Ansprüchen der Gesellschaft und Risiken wie dem Klimawandel können nur so begegnet werden.

Mehr Informationen unter www.bundeswaldinventur.de

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