Arbeit im Wald ist unverzichtbar - gute Bezahlung auch

Branchentag

Anlässlich der Einkommensrunde 2015 diskutierten die Forstleute in der vergangenen Woche in Leipzig gemeinsam mit dem dbb beamtenbund und tarifunion (dbb) über die gerechte Bezahlung der Menschen, die das wertvolle Ökosystem Wald für die Gesellschaft pflegen und erhalten. Der Bund Deutscher Forstleute (BDF) fordert in den Verhandlungen zum Tarifvertrag der Länder (TV-L) neben einer Tariferhöhung, eine gesicherte Zukunft für den forstlichen Nachwuchs, die vergleichbare Bezahlung gleicher Tätigkeiten und die Beendigung der Befristungspraxis von Arbeitsverträgen.

In der vergangenen Woche trafen sich Vertreter des BDF und des dbb in Leipzig, um auf dem Branchentag der Forstleute die Forderungen der Einkommensrunde 2015 für den öffentlichen Dienst der Länder zu diskutieren. „Die Bundeswaldinventur beweist mit ihren aktuellen Ergebnissen, dass der deutsche Wald sich hervorragend entwickelt. Dies ist nur den Anstrengungen der zahlreichen Forstleute zu verdanken“, kommentiert Hans Jacobs, Bundesvorsitzender des BDF, die Veranstaltung.

„Eure Arbeit ist sowohl unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten als auch mit Blick auf Naturschutz und gesunde Ökosysteme unverzichtbar und nachhaltig. Das muss sich auch in einer angemessenen Bezahlung widerspiegeln“, sagte Karl-Heinz Leverkus, stellvertretender Vorsitzender der Bundestarifkommission des dbb. „Da bleibt noch viel zu tun.“ Ein gesunder Wald, der den Klimaveränderungen trotzen kann und zahlreiche Leistungen nachhaltig für die Gesellschaft erbringen soll, bedarf der dauerhaften und verantwortungsvollen Arbeit qualifizierter Forstleute. Diese Arbeit muss gut bezahlt werden. Durch zahlreiche Strukturreformen in den Verwaltungen machen heute Angestellte neben Beamten die gleiche Tätigkeit. Die Entlohnung ist jedoch sehr verschieden.

„Die veraltete und ungerechte Entgeltordnung für den Forstdienst steht bei uns im Fokus, die Befristungspraxis im öffentlichen Forstdienst und die Flexibilisierung der Lebensarbeitszeit sind weitere Themen unserer Verbandsbasis“, so Jacobs weiter. „Den Wald als touristisches Ziel und Erholungsfaktor kennt jeder, die Menschen wissen ihn landauf, landab zu schätzen. Wir Forstleute sorgen dafür, dass mit der Ressource Wald verantwortungsvoll umgegangen und diese vielfältig genutzt wird“, machte Andreas Schiene, Landesvorsitzender Thüringen des BDF, in Leipzig deutlich. Die Wertschätzung für diese Arbeit lasse aber zu wünschen übrig. „Eine Erhöhung der Tabellenentgelte steht deshalb für uns an erster Stelle der Forderungen zur Einkommensrunde.“

Der BDF sieht jedoch nicht nur die Tarifverhandlungen allein, sondern fordert auch die gleichlautende Übertragung der Ergebnisse auf die Beamten. „Wir stehen für eine echte Einkommensrunde“, so Jacobs. Der BDF ist jedoch auch Tarifpartner für den privaten Forstdienst und steht für die Verhandlung und Abschluss von Tarifverträgen für forstliche Lohnunternehmer, Dienstleister und forstliche Zusammenschlüsse zur Verfügung. Am 18. Dezember 2014 werden die Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes in Berlin ihr Forderungspaket für die Einkommensrunde 2015 beschließen. Die Verhandlungen mit der Tarifgemeinschaft der Länder (TdL) beginnen am 16.02.2015 in Berlin und werden am 26.02 beziehungsweise 16.03. in Potsdam fortgesetzt.

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