Waldschutz durch Pflanzenschutzmittel

Grunewald Auszeichnung Foto: Albrecht E. Arnold / pixelio.de

Nach einer aktuellen Meldung des Holzzentralblattes fordert der Naturschutzverband NABU ein sofortiges Verbot von Gifteinsätzen im Wald. Der Bund Deutscher Forstleute (BDF) wendet sich gegen das vom NABU pauschal geforderte Einsatzverbot von Pflanzenschutzmitteln im Wald. Forstleute und Waldbesitzer setzen diese Mittel äußerst sparsam und nur in Notfällen ein. Sensible Flächen werden darüber hinaus von vornherein ausgeklammert. Der Naturschutzverband suggeriert, dass im Wald unverantwortlich Gift versprüht werde. Das ist mitnichten der Fall. Jedoch müssen im Ernstfall Waldflächen vor der Zerstörung durch mehrmaligen Insektenfraß geschützt und Menschen vor gesundheitsschädigenden Allergenen bewahrt werden.

Nach einer aktuellen Meldung des Holzzentralblattes fordert der Naturschutzverband NABU ein sofortiges Verbot von Gifteinsätzen im Wald. Der NABU sähe die biologische Vielfalt durch großflächige Behandlungen in Gefahr. Insbesondere die Bekämpfung von Eichenprozessionsspinner und Kiefernspinner aus der Luft steht in der Kritik.

Erwähnt wird in der Meldung auch, dass wegen neuer Anwendungsbestimmungen nun die Bundesländer selbst über den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln mit Luftfahrzeugen in Naturschutzgebieten bestimmen können. Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) hat hierzu gemeinsam mit dem Umweltbundesamt (UBA) naturschutzfachliche Hinweise in einem Informationspapier aktuell herausgebracht.

Der BDF verwehrt sich gegen die Darstellung des NABU, dass im Wald auf großen Flächen Gift versprüht werde.

„Für den Wald sind aktuell nur zwei Mittel für die Bekämpfung von Insekten zugelassen. Hersteller bringen teilweise keine neuen Mittel auf den Markt oder bemühen sich nicht um eine Neuzulassung, weil schlicht die Nachfrage zu gering ist“, so Hans Jacobs, Bundesvorsitzender des BDF.

„Forstleute und Waldbesitzer setzen Insektizide nur im äußersten Notfall ein. Davorgeschaltet sind eine lange Kette von Untersuchungen und als Voraussetzung ein immens hoher Befallsdruck durch Schadinsekten. Schließlich werden besonders sensible Flächen, wie Gewässer, Naturschutzgebiete oder schützenswerte Biotope ausgeklammert. Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln im Wald ist quasi bedeutungslos“, macht Jacobs deutlich.

Forstleute haben letztlich bei dem sparsamen Einsatz von Insektiziden vor allem den Waldschutz und die Walderhaltung im Blick. Hierzu gehört der Naturschutz immer mit dazu. Das ist das Prinzip Nachhaltigkeit – ein Berufsethos für Försterinnen und Förster. Walderhaltung ist Daseinsvorsorge in Reinform und dient dem Gemeinwohl.

Der Eichenprozessionsspinner wird vorwiegend außerhalb des Waldes zum Schutz des Menschen bekämpft, da durch die Raupen dieses Schmetterlings hochallergene Reaktionen hervorgerufen werden können.

Untersuchungen des BfN im Auftrag des Bundesumweltministeriums bescheinigen der Entwicklung der Artenvielfalt im Wald denn auch gute Noten. Von Artenschwund kann keine Rede sein.

Die naturnahe und verantwortungsvolle Forstwirtschaft von Forstleuten und Waldbesitzern ist auf dem richtigen Weg und erfüllt selbstverständlich auch die Aufgaben des Naturschutzes.

Daran wird auch eine Änderung der Genehmigungspraxis von Pflanzenschutzmitteleinsätzen nichts ändern.

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