Hessische Forstleute bekommen mehr Geld

Der Bund Deutscher Forstleute (BDF) saß, vertreten durch den dbb, direkt mit am Verhandlungstisch der Tarifpartner in Hessen. Nach monatelangen Verhandlungen ohne wirkliches Ergebnis hat die hessische Regierung nach zuletzt großen Protesten und mit Blick auf die Verhandlungsergebnisse der anderen Länder in Potsdam eingelenkt. Die Tarifeinigung kann sich sehen lassen. Die Beschäftigten erhalten über die nächsten 24 Monate genau 4,87 Prozent mehr Lohn – mindestens jedoch 80 Euro bis zur Entgeltgruppe 9. Darüber hinaus wurden die Regelungen zur Zusatzversorgung des TV-L übernommen.

Auf Einkommenserhöhungen für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer des hessischen Landesdienstes im Gesamtvolumen von durchschnittlich 4,87 Prozent für die kommenden 24 Monate haben sich Gewerkschaften und Landesregierung am 15. April 2015 in Dietzenbach geeinigt. Zum 1.3.2015 steigen die Gehälter um zwei Prozent, zum 1.4.2016 werden sie um weitere 2,4 Prozent, mindestens aber 80 Euro (Mindestbetrags-Regelung bis einschließlich Entgelt-gruppe 9). Auszubildende erhalten zu den genannten Stichtagen jeweils pauschal 30 Euro mehr, zudem gibt es für sie einen zusätzlichen Urlaubstag. Die bestehende Regelung zur Übernahme von Azubis wird verlängert.
Die Forderungen des dbb und BDF Hessen wurden nahezu erreicht.

'Wir haben einen schwierigen, aber vertretbaren Kompromiss erkämpft. Hessen hält damit im Arbeit-nehmerbereich Anschluss an die Einkommensent-wicklung im öffentlichen Dienst der übrigen Bundes-länder', stellte dbb Verhandlungsführer Willi Russ nach Abschluss der Verhandlungen mit dem hessischen Innenminister Peter Beuth fest. 'Jetzt gilt es, diesen Anschluss auch für die rund 115.000 Landes- und Kommunalbeamtinnen und -beamten herzustellen. Wir gehen davon aus, dass sich der hessische Landtag als zuständiger Gesetzgeber seiner Verantwortung bewusst ist und eine zeitnahe Entscheidung zur zeit- und inhaltsgleichen Übertragung des Abschlusses auf die Beamten und Versorgungsempfänger treffen wird', so Russ. Eine 'hessische Billigbesoldung wäre ein Schlag ins Gesicht der Kolleginnen und Kollegen und würde dem Land insgesamt schaden', warnte der dbb Vize.

Die Tarifparteien beschlossen in den Verhandlungen auch eine moderate Erhöhung des Arbeitnehmerbei-trags zur Zusatzversorgung, um diese zukunftsfest zu machen. 'Einschnitte ins Leistungsrecht haben wir ebenso wie in den übrigen Bundesländern verhindert', zeigte sich der dbb Verhandlungsführer zufrieden.
Auch die hessische dbb Landesvorsitzende Ute Wie-gand-Fleischhacker und der Vorsitzende des BDF Landesverbandes Hessen, Dr. Gero Hütte, begrüßten die Tarifeinigung und unterstrichen die Entschlossen-heit der Landesbünde, eine zeit- und inhaltsgleiche Übertragung auf die Landes- und Kommunalbeamten zu erreichen: 'Eine Abkopplung der Kolleginnen und Kollegen werden wir nicht hinnehmen', machten beide deutlich.

Das Land Hessen wird also zunächst nicht von der Lohnentwicklung abgekoppelt und kann weiter mit glei-chen Chancen um Fachkräfte werben. Dabei bleibt auch die gute Bewirtschaftung und Pflege der hessischen Wälder zunächst gewahrt. Wün-schenswert ist jedoch weiterhin die Verbeamtung der neu eingestellten Forstkollegen.