Mehr Wald, mehr Holz, mehr Forstleute

Forstleute bei der ArbeitForstleute bei der Arbeit. Foto: BDF

Ein einfacher Dreisatz, der in Woche zwei der Weltklimakonferenz in Bonn und kurz vor Ende der Sondierungsgespräche in Berlin noch einmal die Bedeutung des Waldes hervorhebt. Der Bund Deutscher Forstleute (BDF) fordert mehr effektiven Waldschutz und die nachhaltige Nutzung dieses wertvollen und empfindlichen Ökosystems. In Deutschland und vor allem weltweit kann mit mehr Wald noch mehr Klimaschutz betrieben werden. Die Förderung der Holzverwendung, gerade im Bauwesen, kann wesentlich zur Minderung des CO2-Ausstoßes beitragen. Den notwendigen Waldumbau zur Anpassung unserer Wälder an die gravierenden Auswirkungen des Klimawandels, die Beratung, Betreuung und Aktivierung von allen Waldbesitzern, vor allem den kleinsten, kann nur durch mehr Personal gewährleistet werden.

Angesichts der laufenden Weltklimakonferenz COP23 in Bonn und den parallel stattfindenden Sondierungs-gesprächen der Jamaikarunde in Berlin kann die Bedeutung des Waldes nicht oft genug betont werden.

Weltweit spielt er eine wichtige Rolle im Kampf gegen den Klimawandel. Allein hierzulande kompensiert er 14 Prozent des gesamten CO2-Ausstoßes. Gleichzeitig ist er akut bedroht durch die Klimaerwärmung. Stürme, Dürren oder neue Schädlinge bedrohen ihn. Weltweit kommen Rodungen und eine wenig nachhaltige Nutzung hinzu.

„Wir sind uns mit den Indigenen aus 14 Ländern einig, die sich als Guardians of the Forest (Hüter der Wälder) für mehr Waldschutz einsetzen, dass weltweit mehr für den Schutz der Wälder getan werden muss. Die Gelder der Entwicklungshilfe dürfen nicht nur in die Landwirtschaft fließen. Wir setzen uns aber auch dafür ein, dass Wälder vor allem nachhaltig genutzt werden. Im-merhin ist das auch eine Errungenschaft und ein Ex-portschlager deutscher Forstleute“, so Ulrich Dohle, Bundesvorsitzender des BDF.

Durch die nachhaltige Nutzung der Wälder steht der nachwachsende Werkstoff Holz zur Verfügung. Dieser ist weitgehend klimaneutral und kann daher durch viel-fältige Verwendung erheblich zur Minderung des CO2-Ausstoßes beitragen. Gerade im Baubereich liegt noch viel Potential brach. Mehrstöckiger Häuserbau aus Holz gibt es bisher nur in wenigen Modellvorhaben. Hier müssen längst überfällige Änderungen von Bauvorschriften vollzogen bzw. die Vorurteile bei Baubehör-den abgebaut werden. Holz kann klimaschädliche Bau-stoffe wie Stahl oder Beton sehr gut substituieren bzw. deren Einsatz minimieren. Die Charta für Holz 2.0 der Bundesregierung muss hier künftig klare Antworten und Aufgabenstellungen liefern.

„Vor dem Hintergrund des klimafreundlichen Werk-stoffs Holz und dessen wohltuender Wirkung sowie der bereits jahrtausendealten Tradition in der Verwendung ist es absurd, wenn es jetzt im Zuge der Novellierung von Baubestimmungen (MVVTB) zu Verschärfungen hinsichtlich Emissionen von flüchtigen organischen Verbindungen aus Holz und Holzprodukten (VOC) kommt, die eine Verwendung von Holz im Bauwesen erheblich einschränken würde. Es gibt keine wissen-schaftlich nachgewiesenen negativen gesundheitlichen Auswirkungen dieser VOC“, erläutert Dohle.

Letztlich fordert der BDF auch mehr Forstpersonal, um die drängenden Herausforderungen zu meistern. Der Waldumbau als Aufgabe für Generationen und die Beratung und Betreuung der vielen Waldbesitzer auch in dieser Hinsicht – vor allem der Kleinstflächeneigen-tümer – erfordert gut qualifiziertes Personal in den verschiedensten Organisationsstrukturen. Dies kann nur durch eine wesentlich bessere Ausstattung mit Fördermitteln erreicht werden. Beim Vertragsnaturschutz sollte dabei zum Beispiel auch ernsthaft über die dauerhafte Einrichtung eines Waldnaturschutzfonds nachgedacht werden.