Forderungen der Forstleute umgesetzt

SaarschleifeIm Saarland werden seit dem 1. September 2011 wesentliche Forderungen des Bund Deutscher Forstleute (BDF) umgesetzt. Seit jeher setzt sich der BDF im Namen aller Forstleute und insbesondere im Interesse des Waldes für eine qualitativ hochwertige Waldwirtschaft ein. Die Erfüllung aller Waldfunktionen im Sinne der Anforderungen der Gesellschaft und des Ökosystems Wald erfordern den Einsatz hoch qualifizierter Forstleute in ausreichendem Maß. Nach Jahren der Stellenkürzungen und der Streichung von Revieren und Forstämtern wurde jetzt im Saarland die Zahl der Reviere nahezu verdoppelt.

Foto: Wandersmann, pixelio.de

Die schwarz-gelb-grüne Regierungskoalition stellte dieser Tage die neue Organisation des Landesforstbetriebes (Saarforst) vor. Kurz gesagt, stellt dies eine Abkehr von allen bisherigen Trends im Bund und den Ländern dar. Im Internationalen Jahr der Wälder hat man die Zeichen der Zeit erkannt. Gleichzeitig werden damit die immer wieder postulierten Forderungen des BDF erfüllt. Mit Blick auf Klimawandel, Biodiversität, die hohen Anforderungen der Gesellschaft und nicht zuletzt eine bürgerfreundliche Nähe wird die Zahl der Forstreviere von 17 auf 33 fast verdoppelt.

Damit sind die Förster_innen im Revier auf kleinerer Fläche wieder für alle Aufgaben zuständig. Es gibt keine Aufgabentrennung mehr und nur noch einen Ansprechpartner für alle Fragen rund um den Wald. „Forstleute sind für alle Aufgaben im Wald hervorragend ausgebildet. Sei es in Betriebswirtschaft, Waldpädagogik oder Naturschutz. Die Erfüllung dieser Multifunktionalitäten im Wald durch eine Hand bringt viele Vorteile. Der Einzelne kennt sich auf seinen Flächen aus. Es gibt keinen Informationsverlust.“, erläutert Hans Jacobs, Bundesvorsitzender des BDF.
„Dies funktioniert natürlich nur bei einer Reviergröße, die beherrschbar ist“, ergänzt Urban Backes, Vorsitzender des BDF Saarland.
Der Trend der letzten Jahre wies jedoch im Bund und den Ländern in eine gänzlich andere Richtung.

Personalkürzungen, Strukturenstraffung und letztlich Einheitenvergrößerung sind noch heute an der Tagesordnung. Häufig motiviert durch kurzfristiges Gewinnstreben oder schnelle Einspareffekte. Obwohl längst klar ist, dass ohne Personalnachhaltigkeit der Einzelne in immer größeren Revieren die immensen Herausforderungen der heutigen Zeit bei weitem nicht meistern kann. Die Erfüllung aller Waldfunktionen auf hohem Niveau, im Einklang mit der Natur bedeutet eine ganzheitliche multifunktionale, naturnahe und verantwortungsvolle Waldwirtschaft. Dies kann mit gut ausgebildeten und nach den neuesten Erkenntnissen arbeitenden Forstleuten gelingen. Der BDF freut sich über das hoch innovative kleine Saarland, das die Bedeutung des Waldes erkannt hat und ihm den entsprechenden Stellenwert einräumt.

„Wir hoffen, dass dies eine hohe Strahlkraft besitzt und die Entscheidungsträger in den anderen Ländern und im Bund motiviert, ebenso verantwortungsvoll zu handeln“, so Jacobs abschließend. Nachhaltig kann der eingeschlagene Weg mit entsprechender Einstellung von Personal bzw. Entfristung von Arbeitsverträgen sowie mindestens gleich bleibender Sachmittelausstattung zum Erfolg führen.

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