30. Mai 2018

Bundesamt für den Wald

Verantwortung für Generationen

Der Bund Deutscher Forstleute (BDF) fordert von der neuen Bundesregierung die Einrichtung eines Bundesamtes für den Wald (BfW), wie im Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD vereinbart. Dort ist von einem „Kompetenzzentrum für Wald und Holz“ die Rede. Nur eine Bundesoberbehörde wird jedoch den vielfältigen Anforderungen, die an den Wald gestellt werden, bzw. den Herausforderungen vor denen der Wald selbst steht, gerecht.

Das BfW soll dabei zentrale Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Politik und Praxis sowie der Gesellschaft sein. Dabei sind die vier Punkte Beraten, Fördern, Umsetzen und Informieren die großen Überschriften des Aufgabenspektrums. Mit dem BfW bekommt der Wald die angemessene Bedeutung auch auf Bundesebene, die er schließlich für die gesamte Gesellschaft besitzt.

 

Der Wald steht vor großen Herausforderungen. Der Klimawandel mit seinen vielfältigen Folgen wirkt in einem äußerst strapaziösen Tempo auf ihn ein. Gleichzeitig soll der Wald einen immer bunteren und größeren Strauß an Anforderungen gerecht werden: Er soll Klimaschützer sein und schädliche Gase binden, Lieferant des wertvollen Werkstoffs Holz, Hort der biologischen Vielfalt, intakter Lebensraum für Tiere und Pflanzen, Einkommensquelle für seine EigentümerInnen sowie die in ihm Beschäftigten, Rückzugsort für gestresste Menschen, Landschaft für Sport, Tourismus und Erholung, Wasserreservoir, Luftfilter, Schutzwald für die Gebirge, Bezugsquelle für Pilze, Beeren und Wild, Ort der Bildung und Forschungsobjekt für Naturschutz und Forstwissenschaft.
„Die große Bedeutung des Waldes für alle unter einen Hut zu bekommen, ist keine einfache Aufgabe, die zudem immer komplizierter wird. Unsere Forderung nach einem Bundesamt für den Wald ist daher der richtige Weg, die verschiedenen Kompetenzen für den Wald zentral zu bündeln, ohne bewährte Forschungseinrichtungen zu schmälern. Das von der Koalition geplante Kompetenzzentrum für Wald und Holz ist eine gute Idee, kann aber nur eine Initialzündung sein. Ohne die richtige Ausstattung mit Personal, Sachmitteln und Kompetenzen sind die Aufgaben nicht zu stemmen“, erläutert Ulrich Dohle, Bundesvorsitzender des BDF das Forderungspapier des Berufsverbandes.
Bereits im August 2017 hatte der BDF Forderungen in dem Papier „Wald für Alle“ für eine neue Bundesregierung formuliert. Dort war der Vorschlag für die Einrichtung eines BfW bereits enthalten. Im Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD wurde das Thema aufgegriffen und die Errichtung eines „Kompetenzzentrums für Wald und Holz“ vereinbart.
Der BDF legt nun ein detaillierteres Konzept für das BfW als Bundesoberbehörde des für Wald zuständigen Bundeslandwirtschaftsministeriums (BMEL) vor. Der BDF hat damit eine konkrete Grundlage für den angebotenen Dialog mit der neuen Bundeswaldministerin Julia Klöckner geschaffen.
Im Papier des BDF wird ausgeführt, dass das BfW die koordinierende wissenschaftliche Behörde des Bundes für den Wald sowie die Forst- und Holzwirtschaft auf nationaler und internationaler Ebene ist. Das BfW unterstützt das BMEL fachlich und wissenschaftlich in allen Fragen des Waldes, der Forst- und Holzwirtschaft sowie bei der internationalen Zusammenarbeit. Zur Erfüllung seiner Aufgaben koordiniert es wissenschaftliche Forschung auf diesen Gebieten und setzt verschiedene Förderprogramme um. Die Aufgaben des BfW sollen sich dabei auch ausdrücklich auf den Waldnaturschutz, die Biodiversität und die Naturwaldforschung erstrecken.
Mehr denn je gilt es, die nachhaltige Nutzung des nachwachsenden Werkstoffes Holz, sowie seinen wertschöpfenden und ressourceneffizienten Einsatz aber auch den Schutz des Waldes als wichtige natürliche Lebensgrundlage für uns Menschen langfristig zu sichern. Dies kann nur durch Konzepte gelingen, die wissensbasiert Schutz, Entwicklung und nachhaltige Nutzung unserer natürlichen Lebensgrundlagen zusammenführen und mit konsequentem Handeln verknüpfen.
„Das Bundesumweltministerium hat mit dem Bundesamt für Naturschutz (BfN) eine zentrale Behörde für den Naturschutz, um dieser gesellschaftlichen Verantwortung gerecht zu werden. Die Einrichtung eines BfW ist daher überfällig, um der gesellschaftlichen Bedeutung des Waldes und unserer Verantwortung für ihn gerecht zu werden. Unser Papier soll dafür Anstoß geben und macht bereits konkrete Vorschläge für Personal- und Finanzausstattung“, so Dohle.

Den Worten müssen nun Taten folgen. Der BDF erwartet, dass das BfW bereits in der ersten Hälfte der Legislatur seine Arbeit aufnimmt und dann weiter aufgebaut wird.

Hier finden Sie unser Forderungspapier