01. April 2018

Neuer Forstschädling bedroht den Wald

  • Brachinus trumiiBild von Brachinus trumpii

Wie erst jüngst bekannt wurde, bedroht ein neuer Forstschädling aus Nordamerika die hiesigen Wälder. Der Käfer Brachinus trumpii wurde von Experten in einem Wald in Berlin bestätigt.

Der Bund Deutscher Forstleute (BDF) fordert Strafzölle für Holz aus Nordamerika, um die Einschleppung von Schadorganismen zu verhindern. Auf das natürliche Verschwinden des Käfers innerhalb von drei Jahren kann und darf man sich nicht verlassen.

 

Waldschutzexperten verschiedener Forschungseinrichtungen bestätigten jetzt, was viele Forstleute seit über einem Jahr befürchteten. Ein neuer Forstschädling aus Nordamerika bedroht die hiesigen Wälder. Der Klimawandel macht sein Überleben in unseren Breiten möglich. Der internationale Holzhandel verhalf ihm zum Sprung über den Atlantik.

Der auf die Douglasie spezialisierte Käfer Brachinus trumpii wurde in einem Douglasienwald nahe Berlin bestätigt.

„Als verantwortungsvolle Forstleute fordern wir Strafzölle auf Holz aus Nordamerika, um die Verbreitungswege von Schadorganismen zu schließen. Hier hört die Freundschaft definitiv auf“, so Ulrich Dohle, Bundesvorsitzender des BDF.

Der bis zu 3 cm lange Käfer mit relativ dickem Hinterleib und kurzen Greifwerkzeugen ist braun bis hellbraun mit metallisch glänzendem Abdomen. Auffällig ist die aufgesetzt wirkende, helle Behaarung am Kopf. Die Larven des auf Douglasien spezialisierten B. trumpii fressen im ersten Stadium im Kambium, ab dem dritten Stadium im Holz. Dies führt zum Absterben großer Bereiche und zu einer statischen Schwächung. Die großen Bohrlöcher fördern das Eindringen von Sekundärschädlingen.

Über die Biologie des Käfers ist noch nicht viel bekannt. So ist bisher unklar, ob er monogam lebt. Offenbar lebt er aber in einem hierarchisch geordneten System in dem aber untergeordnete Individuen ohne bisher erkennbaren Grund regelmäßig ausgestoßen werden. Mexiko will seine Wälder konsequent gegen diesen Käfer schützen und beabsichtigt den Bau einer Mauer an seiner Nordgrenze.

Wie amerikanische Forstkollegen dem BDF über den Kurznachrichtendienst Twitter mitteilten, hofft man auf ein natürliches Verschwinden in etwa drei Jahren. Dieser Einschätzung will man aber hierzulande nicht allein vertrauen.

Aus Nordkorea erreichte den Deutschen Forstwirtschaftsrat (DFWR) ein Angebot eines biologischen Antagonisten (Gegenspielers). Die Nematode Kimonemato dajonunii soll dort einen nahen Verwandten von Brachinus besiedeln und könnte auch hier bei der Bekämpfung helfen. Der Dialog mit den nordkoreanischen Kollegen soll daher bald aufgenommen werden.