Waldgebiet des Jahres 2026

Lebensraum

Unbemerkt von den meisten Waldbesuchern, existieren im Saarkohlenwald eine Vielzahl wertvoller und spannender Tierarten in einer Art Parallel-Universum. Der Halsbandschnäpper zum Beispiel, der genau wie Grau- und Mittelspechte oder der bis auf seine leuchtend rote „Kappe“ komplett schwarze Schwarzspecht hier zu den charakteristischen Vogelarten zählt. Die Altbaumbestände bieten zahlreichen holzbewohnenden Arten (Xylobionten) ein Zuhause. Besondere Erwähnung verdienen die optisch spektakulären Hirschkäfer. Deren Seltenheit wird nur noch von einem winzigen Familienangehörigen getoppt, dem Kurzschröter. In Deutschland gilt dieser Käfer so gut wie ausgestorben. Nicht so im Saarbrücker Forst!

Bei den Säugetieren sind noch vor allen anderen das Große Mausohr und die Wildkatze zu nennen. Die einen nachtaktiv, die anderen extrem scheu, ist eine Begegnung mit Waldbesuchern fast ausgeschlossen. Vom Biber zeugen immerhin Spuren im Bereich der ehemaligen Absinkweiher und des Fischbachs, wo der Nager Bäume fällt, Burgen errichtet und Dämme baut.

Organismen, die fließendes Wasser benötigen, finden im Saarkohlewald ideale Bedingungen vor. Entspringen doch zahlreiche Bäche in kleinen Quellen und in den Erlen-Eschen-Quellwäldern. Von dort führen die Wasseradern zum Fischbach, der Auewälder und Sumpfbereiche speist.

Ergänzt wird die Palette der Waldgesellschaften durch Bereiche sehr toniger Standorte mit Stauwasserböden, an denen sich primär Eichen-Hainbuchen-Mischwälder ausformen. Dass sie aufgrund ihrer Bodeneigenschaften schwer zu bewirtschaften sind, zahlt sich ökologisch aus. So verfügen diese Bereiche über eine überdurchschnittliche Naturnähe - erkennbar an den vielen Alt- und Biotopbäumen und einem großen Arteninventar.

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