Wenn der Bergbau geht, sind sie es, die bleiben: Bergehalden. Sie bestehen aus Restgestein, das bei der Arbeit untertage anfällt und zu künstlichen Hügeln aufgeschüttet wird. Durch ihre Höhe wirken Halden landschaftsprägend und outen jede ehemalige Bergbauregion.
So auch im Saarkohlenwald. Die Form und das Erscheinungsbild der Halden geben Hinweise, wann sie entstanden sind. In der Anfangszeit des großindustriellen Bergbaus im 19. bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts wurden sogenannte Fischgrätenhalden geschüttet. Beispiel hierfür ist die bei Sulzbach liegende Halde Schnappach, heute als Bodendenkmal ausgewiesen. In den 60-er Jahren entstanden dann die sogenannten Spitzkegel-oder Kegelsturzhalden wie der Kleine Fudji: lockere Schüttungen mit steilen Böschungen.
Die Ablösung kam in den 1970-er Jahren. Nun wurden großvolumige Tafelbergehalden wie Lydia oder Grühlingstraße erschaffen, ingenieurtechnische Bauwerke gemäß den Richtlinien der im Ruhrgebiet entwickelten Landschaftsbauwerk-Konzeption.
Um 1990 begann man mit der Rekultivierung. Ursprünglich vorgesehen war eine Aufforstung, um die Halden möglichst unauffällig in die umgebende Landschaft zu integrieren. Doch verschiedene Standortbedingungen und Unterschiede der Böden machten einen dicken Strich durch die Rechnung.
Ein Perspektivwechsel war nötig: Halden wurden nun nicht mehr länger als auszubügelnder Fehler, sondern als industriekulturelles Erbe gesehen und entsprechend wertgeschätzt. Somit bleiben die Bergehalden auch künftigen Generationen als kahle, charaktervolle Erhebungen erhalten. Besonders gestaltete Aufstiege laden die Besucher ein, die Halden mit ihren bizarren Plateaus und Panorama-Ausblicken zu erkunden.