Niemand wird bestreiten, dass die Natur mit ihrem Ökosystem zum menschlichen Wohlergehen beiträgt - sei es durch materielle Güter wie Holz oder immateriell für Gesundheit und Wohlempfinden. Erstaunlich ist vielmehr, in welcher Dimension das geschieht.
Das beginnt schon bei den Basisleistungen wie Bodenbildung, Photosynthese, Stickstoffbindung und die Bereitstellung von Nährstoffen. In ihrer Gesamtheit schaffen diese Basics wesentliche Voraussetzungen für andere Leistungen im Ökosystem, allen voran die Versorgungsleistungen. Dazu zählen das Bereitstellen von Bau- und Feuerholz, Frischwasser und Nahrung pflanzlicher oder tierischer Art.
Darüber hinaus spielen Regulierungsleistungen eine große Rolle, also jene natürlichen Prozesse, die der Natur und/oder dem Menschen nutzen. So beeinflussen Waldgebiete entscheidend das (Mikro)Klima. Bei Starkregen nimmt der Waldboden große Mengen Oberflächenwasser auf. Das Erdreich selbst wirkt wie ein Filter, wodurch sich die Grundwasserqualität verbessert. Auch die Bestäubung von Blüten gehört in diese Gruppe. Doch der Wald gibt noch viel mehr. Er vermittelt das Gefühl von Heimat und Zugehörigkeit, schenkt spirituelle Erfüllung, ästhetischen Genuss und Erholung – zusammengefasst unter kulturellen Leistungen. Qualitativ und quantitativ sind diese Leistungen unbezahlbar. Trotzdem wird aktuell intensiv über eine Inwertsetzung diskutiert, was sehr zu begrüßen ist. Gezielt nutzen kann der Mensch die aufgeführten Leistungen nur, wenn er sich ihrer bewusst ist. Sie sind ein Geschenk, das es wertzuschätzen und achtsam zu nutzen gilt. Doch das setzt Wissen voraus: vom Wald als Ökosystem und wie sich alles bedingt.
Mit der Auszeichnung „Waldgebiet des Jahres“ zeigen wir von Saarforst, dass Ökosystemleistungen, die bisher kaum im Rampenlicht standen und bisher noch mit keinem Preis bedacht wurden, dennoch von großem Wert für die Gesellschaft sind.