Waldgebiet des Jahres 2026

Bergmannspfade

Im Saarkohlenwald entstanden im 19. Jahrhundert eine Vielzahl von Steinkohlengruben im Saarkohlenwald, darunter Luisenthal im Westen, Von der Heydt im mittleren Bereich und, im Osten, die Grube Göttelborn. Am Rande bildeten sich Arbeiterbauerndörfer und auf Flächen, welche die Forstverwaltung abtrat, entstanden Bergmannskolonien.

Von dort marschierten die Bergleute zu Tausenden zu ihren im Wald gelegenen Arbeitsstätten. Deutlich konnte man den Tritt ihrer genagelten Schuhe hören. Zunächst selbst getrampelt, später vom Bergfiskus angelegt, entwickelten sich sogenannte Hartfüßlerwege, schnurgerade, aber oft beschwerliche Pfade, auf denen zu allen Tages- und Nachtzeiten Betrieb herrschte. Der Rucksäcke wegen, in denen die Bergleute Brot, Speck und Wurst transportierten, sprach der Volksmund auch von Ranzenmännern.

Die Renaissance der Bergmannspfade setzte Mitte der 1980er Jahre ein – nur nicht mehr für Berufspendler, sondern für Erholungssuchende. Wanderer entdeckten das Wegenetz für sich und fanden in Forstrevierleitern Verbündete, die Wege offen halten oder sogar wieder herstellten.

Einen davon nutzt die Initiative „Kunst im Wald“ seit 2011 für einzigartige Ausstellungen. Auch der jährlich startende Hartfüßler Trail greift für seine überregional beachteten Waldläufe gern auf die ehemaligen Bergmannspfade zurück. Auf variablen Strecken bis zur Marathon-Distanz halten mittlerweile fast eintausend SportlerInnen – haldenauf, haldenab – originell und zeitgemäß die Erinnerung an den Bergbau im Saarkohlenwald wach.

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