Waldgebiet des Jahres 2026

2-Etagen-Wald

Der Saarkohlenwald ist zwar kein Sandwich, aber vom Prinzip vergleichbar: unten Kohle, oben Wald. Genießbar wäre es trotzdem nicht, denn das Brötchen, bleibt man im Bild, ist knochenhart, da dreihundert Millionen Jahre alt. Genau genommen stammt die Kohle-Schicht aus dem Erdzeitalter des Karbons. Damals entstand über und unter der Erde eine einzigartige Zwei-Etagen-Landschaft. Riesige, bis zu 40 Meter hohe Sumpf-Wälder mit einer enormen Pflanzenvielfalt aus Bärlapp, Farnen und Schachtelhalmbäumen starben ab und wurden zu Torf. Unter hohem Druck zusammengepresst, entwich das Wasser. Kohlenstoff reicherte sich an und über das Zwischenstadium Braunkohle bildeten sich die für die Region so enorm wichtigen Ressourcenlager: Basis für 250 Jahre Steinkohlenberg. bau. Darüber entstand der heutige Beuchen-Eichen-Wald.

Im heute so bezeichneten Saarkohlenwald verbergen sich - wie Zeitkapseln unserer Vergangenheit - Relikte aus allen Jahrhunderten, angefangen von Resten römerzeitlicher Villen und Handelswege bis hin zu Zeugnissen der Industrieepoche. Die Route einer einst stark frequentierten Römerstraße nach Trier verläuft von Saarbrücken über einen Höhenrücken ins nördlich anschließende Agrarland und quert dabei den Saarkohlenwald.

Einblicke in die Feudalepoche der Fürsten von Nassau-Saarbrücken gewährt das ehemalige Jagdschloss Phillipsborn, dessen Keller komplett erhalten blieb. Weitere geschichtsträchtige Objekte vereint als Zeugnisse der Industriekultur, die denkmalgeschützte preußische Grubensiedlung „Von der Heydt“ mit der Direktorenvilla, Steigerhäusern und zwei architektonisch einmaligen Schlafkasernen. Dort, wo früher die Bergleute unter der Woche nach harter Arbeit nächtigten, hat heute die Zentrale des SaarForst Landesbetriebes ihren Sitz. Immer wieder trifft man im Saarkohlewald zudem auf Stollenmundlöcher, Fördergerüste, Absinkweiher und andere Zeugen der regionalen Geschichte.

 

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