Waldgebiet des Jahres 2026

Naturwald

Urwald

Auf Initiative des NABU Landesverbands Saarland wurden 1997 im Saarkohlenwald 375 Hektar Waldfläche aus der Bewirtschaftung genommen. Seitdem schweigen die Motorsägen, alles Holz verbleibt im Forst und man kann verfolgen, wie sich Wald natürlich entwickelt, wenn er die Chance dazu erhält.

Für das inzwischen auf rund 1000 Hektar vergrößerte Gebiet hob das Ministerium für Umwelt, Klima, Mobilität, Agrar und Verbraucherschutz zusammen mit dem SaarForst Landesbetrieb und dem Naturschutzbund (NABU) im Jahr 2002 das Projekt „Urwald vor den Toren der Stadt“ aus der Taufe. Womit sie etwas auf dem Kontinent Einmaliges schufen. Handelt es sich doch nicht nur um eine der wenigen großflächig nicht bewirtschafteten Waldflächen Europas, sondern insbesondere um einen Urwald im städtischen Ballungsraum.

Alte Buchen und Eichen, aber auch liegendes und stehendes Totholz prägen das Bild: Lebensraum für eine Fülle seltener Tiere und Pflanzen. Wie genau sich die Artendiversität inzwischen von einem bewirtschafteten Wald unterscheidet und wie sie sich weiterentwickelt, wird von verschiedenen Universitäten wissenschaftlich untersucht.

Für Waldbesucher bedeutet das Verbleiben allen Totholzes vor Ort aber auch: Obacht! Hindernisse könnten unterwegs den Weg blockieren, die überstiegen oder umrundet werden müssen. Das fördert nicht nur die Wildnis im Wald, sondern auch im Kopf.

Naturschutz und Bildungsarbeit genießen beim Urwaldprojekt gleichgroßen Stellenwert. Im Sinne der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) wird viel auf die Beine gestellt, um vor den Toren Saarbrückens Wildnis immer wieder aufs Neue und mit allen Sinnen erlebbar zu machen. Regelmäßig erkunden Gruppen und Schulklassen den Urwald. Manche verbringen sogar einige Tage und Nächte im Wildniscamp, für alle Beteiligten stets ein unvergessliches Erlebnis.

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